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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Archiv » Energie » Gaseinspeisung ]
Donnerstag, 24.05.2012
Energie | 08.02.2010

Gaseinspeisung und Wärmegesetz bleiben Reizthemen

Leipzig - Um Fuß auf dem Gasmarkt zu fassen, pocht die Biogasbranche auf eine stärkere politische Flankierung durch ein neues Gesetz.

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© Werkbild

Auf der Jahrestagung des Fachverbandes Biogas (FvB) in Leipzig wurde vergangene Woche neben politischen Rahmenbedingungen vor allem technische Entwicklungen diskutiert. Für FvB-Geschäftsführer Dr.Claudius da Costa Gomez sind Netzanschlussverpflichtung und eine verlässliche Vergütung die Kernforderungen. Ob dies eine feste oder preisorientierte Vergütung sein solle, "da sind wir noch voll in der Diskussion", sagte da Costa Gomez. Gleichzeitig wandte er sich dagegen, für Biogas stärker das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) zu öffnen, wo derzeit für Biogas ein Mindestanteil von 50 Prozent sowie die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Bedingung sind.

'Verheizen von Biogas in Wärmekesseln ist zu schade'

Unterstützung erhielt da Costa Gomez vom CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Röring. "Ich bin gegen ein Verheizen von Biogas in Wärmekesseln, dafür ist es viel zu wertvoll", sagte Röring bei einer Podiumsdiskussion und stellte sich damit gegen eine Forderung des Biogasrates. Zugleich ging er damit auf Distanz zu einer Ankündigung im Koalitionsvertrag von Union und FDP, wo es heißt, man wolle die Bedingungen für die Biogas-Einspeisung im EEWärmeG verbessern. Gegen Lockerungen der KWK-Pflicht für Biogas im EEWärmeG sprach sich in Leipzig auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Becker aus.

Mikrogasnetze und Abnahmepflichten

Gaseinspeisung: 'Wirtschaftliche Zumutbarkeit' muss definiert werden


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In erster Linie bei den Oppositionsparteien im Bundestag fand die FvB-Forderung nach einem Gaseinspeisegesetz Anklang. "Ich glaube, dass wir ohne eine Abnahmeverpflichtung das Ziel nicht erreichen werden", sagte der SPD-Politiker Becker mit Blick auf die politische Vorgabe, bis 2020 mindestens sechs Milliarden Kubikmeter und zehn Jahre später mindestens zehn Milliarden Kubikmeter aufbereitetes Biogas ins Erdgasnetz einzuspeisen. Der Grünen-Energiesprecher Hans-Josef Fell verwies auf die langjährigen Forderungen seiner Partei nach einem Gaseinspeisegesetz, um den privilegierten Netzzugang für die Biogasanlagenbetreiber zu erreichen. Momentan gebe es hier noch "gigantische Hürden". Laut Fell sollten die Stärken des Biogas im Strom- und Wärmesektor gleichermaßen über KWK ausgeschöpft werden.

Regionale Wertschöpfungskette erhöhen

Hingegen erinnerte Röring an die nur begrenzt zur Verfügung stehende Ackerfläche und wies auf die vielen Möglichkeiten hin, über Mikrogasnetze, die unabhängig vom Gasnetz funktionieren, regionale Wertschöpfung zu erhöhen. "Ich möchte nicht, dass wir über die Einspeisevergütung diese Aktivitäten wieder zurückfahren", sagte der CDU-Politiker aus dem Kreis Borken. Ähnlich positiv zu Mikrogasnetzen äußerte sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Rainer Erdel aus dem mittelfränksichen Landkreis Ansbach, der wie Röring Landwirt ist. Erdel sprach sich für europäische Lösungen bei der Einspeisung aus. Für Die Linke mahnte die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Eva Bulling - Schröter, Nachhaltigkeit in den Bioenergie-Produktionsprozessen an. Im regionalen Rahmen dürfe nicht zu viel Transportenergie aufgewandt werden, auch im Biogassektor. Um die Akzeptanz vor Ort zu erhöhen, müsse Wertschöpfung regional stattfinden.

Unsicherheiten in der Rechlsage könnten Zugang erschweren

Streitfälle Rechtsanwalt Dr. Martin Altrock wies auf Unsicherheiten in der Rechtslage hin, die den Gasnetzzugang für Biogasanlagenbetreiber erschweren können, so die Pflicht zum Ausbau des Gasnetzes für dessen Eigentümer unter dem Vorbehalt der wirtschaftlichen Zumutbarkeit. Auch die Entfernung zum Anschlusspunkt kann für die Einspeisung von aufbereitetem Biogas ein Hindernis sein. So teilen sich Anlagen- und Netzbetreiber die Kosten, bei einer Entfernung von mehr als zehn Kilometer muss jedoch der Anlagenbetreiber die Mehrkosten tragen. Wie auch die Bundesnetzagentur einräumt, gibt es zur Frage der Anschlusspunkte Streitfälle.

FvB-Präsident Josef Pellmeyer verspricht sich viel von der Biogaseinspeisung ins Erdgasnetz, weil er damit rechnet, dass der technische Aufwand zur Aufbereitung sinkt. "Ich gehe davon aus, dass wir bei einer Fortschreibung der Entwicklung in drei bis vier Jahren auch mit Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 250 kW wirtschaftlich Biogas einspeisen können", unterstrich der FvB-Präsident und wandte sich gegen das Konstruieren eines Gegensatzes zwischen kleinen und großen Anlagen. (AgE)

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Keywords Biogas | EEG | Gaseinspeisung | Jahrestagung
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