Geflügel
03.02.2010
Weitere Vorwürfe gegen Wiesenhof

Unternehmen widerspricht Darstellung von 'report Mainz'

Visbeck/Mainz - In einem weiteren Bericht von "report Mainz"vom Montag sind weitere Vorwürfe gegen Deutschlands größten Geflügelproduzent Wiesenhof lautgeworden. Das Unternehmen jedoch widerspricht den Darstellungen.

Wiesenhof-Skandal-2.jpg
(Foto: peta)

In der Sendung vom vergangenen Montag kommt ein weiteres, ehemaliges Pächterehepaar des Unternehmens Wiesenhof zu Wort. Nach eigenen Angaben hat es acht Jahre lang eine Elterntierfarm betrieben, will aber anonym bleiben. Es bestätigt die Aussagen des ersten "report Mainz"-Berichts.

Bereits vor drei Wochen hatte das Magazin des SWR über Tierschutzverstöße in einer Elterntierfarm in Twistringen berichtet. In dem Film wurde der grausame Umgang mit Geflügel dokumentiert. Die Tiere standen dicht gedrängt - ohne Einstreu, dafür auf ihrem eigenen Kot - in der Anlage, wurden ohne vorherige Betäubung durch Genickbruch getötet, brutal in Transportkisten befördert, die später aus großer Höhe fallen gelassen wurden oder mit schweren, offenen Verletzungen transportiert.

Pächter: Wiesenhof weiß über Zustände Bescheid

Wiesenhof bedauerte die Anschuldigungen, verklagte die ehemaligen Pächter, sprach aber von Einzelfällen. Das Pächterpärchen, dass sich aufgrund des ersten Films von "report Mainz" gemeldet hatte und in dem zweiten Beitrag zu Wort kam, widerspricht dieser Darstellung jedoch: "Sie sind dort genauso mit den Tieren umgegangen, wie bei uns auf der Farm. ... Wiesenhof weiß 200prozentig Bescheid, wie es dort auf den Farmen bei der Verladung der Tiere zugeht", so dass Pärchen im Interview.

Wiesenhof: Handelt sich um Einzelfälle

Wiesenhof bestreitet diesen Vorwurf. "Wie wir bereits mehrfach betont haben, sind die dargestellten Bilder und Zustände absolut unentschuldbar", so das Unternehmen in einer Presseerklärung. Aber:  "Die in dem 'report'-Beitrag getätigten Aussagen stehen in Widerspruch zu sämtlichen Protokollen und Dokumenten auch amtlicher Art, die wir im Rahmen der ständigen internen sowie auch externen Kontrollen unserer Farmen erhalten." Der SWR-Redaktion hätten Belege und eidesstattliche Versicherungen vorgelegen, wonach die gezeigten Verstöße weder den Wiesenhof-Unternehmensleitlinien für Tierschutz entsprechen noch auf die Elterntierfarmen zutreffen. Wiesenhof bleibt dabei, dass es sich bei den Vorfällen um Einzelfälle handelt. (ez)

 


Lesen Sie hierzu auch

Zeigte Report falsche Bilder?

Entzug des Biosiegels bestätigt

PHW-Gruppe macht Umsatzplus von 100 Millionen Euro

Artikel
Artikel drucken
Artikel versenden
Artikel kommentieren
Leserbrief schreiben
Artikel druckenArtikel versendenArtikel kommentierenLeserbrief schreiben
Kommentare

Sie können diesen Artikel kommentieren und mit agrarheute.com-Lesern und der Redaktion über das Thema diskutieren. Zum Kommentieren bitte hier klicken..

Ähnlich erschreckende Vorkommnisse bei Wiesenhof
Auch weitere ehemalige Mitarbeiter, die anonym bleiben wollen, berichten ähnliche erschreckende Vorkommnisse bei Wiesenhof. Problematisch ist aber schon das, was erlaubt ist - so ist die Besatzdichte in der Mast viel zu hoch, die Ställe sind regelrecht zugewachsen, so dass die Tiere enorm unter der Hitze leiden - an arteigenes Verhalten ist gar nicht zu denken und laufen können sie des Gewichtes und der durch Bewegungsmangel ungenügend trainierten Muskulatur wegen (die trotzdem genetisch bedingt wächst) kaum noch oder gar nicht mehr, wie auch Studien aufzeigen. Diese Haltung und die vorliegende Qualzucht (Verbogene Knochen am Schlachthof u. a. zeigen das Leiden der Tiere auf) die nach dem Tierschutzgesetz verboten ist!!!) bedeuten erhebliche Schmerzen und Leiden für die Tiere. Eine Verordnung, die den Bedürfnissen der Tiere Rechnung trägt, müsste die gängige Besatzdichte zumindest halbieren und Strukturelemente/Nachstreu vorschreiben. Ansonsten wird es immer wieder Berichte von PETA und anderen geben, die aufzeigt, was die Werbung verschweigt, der Verbraucher aber wissen will und was ihm auch zusteht: Die Wahrheit!
Kommentar von Elisabeth Petras – 03. Februar 2010 um 16:21h
Widerspruch in sich
Tierschutz und industielle Züchtung ist ein Widerspruch in sich. Wiesenhof ist eine grausame Tötungsmaschine. Diese Tatsache ist mit nichts zu widerlegen!
Kommentar von wilmi – 03. Februar 2010 um 21:37h
Podcast - Putenfleisch: Markt ist stabil
40 Jahre Verband Deutscher Putenerzeuger
Podcast - 'Markt für frische Geflügelteile boomt'
Entwicklungen am Schlachtgeflügelmarkt
Podcast - 'Turbulente Zeiten am Eiermarkt'
Marktinfo Eier & Geflügel
Podcast - 'Schwarze Schafe stören den Markt'
Tipp vom Praktiker, Teil 2
Bild des Tages
Aktuellstes Video


Stoerer Meteogramm
Wetter

Nord

11°C
17°C
heute
8°C
17°C
morgen
8°C
15°C
Über-
morgen

Süd

0°C
18°C
heute
11°C
18°C
morgen
12°C
17°C
Über-
morgen

Angaben ohne Gewähr

Suche
Community Landwirtschaft
landlive.de/landwirtschaft bringt von Usern für User Schauen Sie rein!
Beim dlv erscheinen folgende landwirtschaftliche Fachpublikationen:
dlz agrarmagazin Bayrisches Landwirtschaftliches WochenblattNeue Landwirtschaft Land & Forstjoule Gemuese Agrar Technik Braunvieh