Donnerstag, 24.05.2012
Genomische Selektion: Fruchtbarkeit bald deutlich besser?
In der Rinderzucht zählt die Genomische Selektion fest zum Zuchtprogramm. In Bayern ist jetzt ein Projekt zur Fruchtbarkeitsoptimierung durch Genomische Selektion bei der Deutschen Landrasse gestartet.
Ob das seit gestern gültige Kastenstands-Verbot die Gemüter der österreichischen Ferkelerzeuger und Tierschützer beruhigen kann, muss sich erst noch zeigen.
© Mühlhausen/landpixel
Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob in der Anwendung der Genomischen Selektion beim Schwein andere Ansätze gewählt werden müssen als beim Rind, da wesentliche Unterschiede in den Zuchtstrukturen bestehen. So sind etwa die Schweinepopulationen kleiner, es gibt nur wenige männliche Tiere mit sicher geschätzten Zuchtwerten und das Generationsintervall ist kürzer.
Europaweit bemühen sich derzeit die Zuchtunternehmen, die Fruchtbarkeit der Tiere zu verbessern. Auch die Erzeugergemeinschaft und Züchtervereinigung für Zucht- und Hybridzuchtschweine (EGZH) in Bayern hat im Jahr 2010 das Zuchtziel bei der Deutschen Landrasse sehr stark auf die Fruchtbarkeitsleistung ausgerichtet. Es ist davon auszugehen, dass dies zu einer Verlängerung des Generationsintervalls führen wird. Daher ist gegenwärtig die Verkürzung des Generationsintervalls die offensichtlichste Möglichkeit, die Genomische Selektion zur Steigerung der Effizienz in der Schweinezucht zu nutzen.
Das wird untersucht
In dem Projekt FrOGS soll nun vorrangig untersucht werden, wie die
Fruchtbarkeit bei der Deutschen Landrasse mit Hilfe der Genomischen
Selektion verbessert werden kann. Dabei werden in einem
Kalibrierungs-/Validierungsansatz rund 2.000 Eber und Sauen der
Deutschen Landrasse mit dem PorcineSNP60 Genotyping BeadChip typisiert.
Um den Nachteil der geringen Anzahl an geprüften Ebern wettzumachen,
soll die Kalibrierungsstichprobe in großem Umfang auch Sauen beinhalten.
Weitere Untersuchungspunkte des Projekts sind etwa die Validierung über
Rassen hinweg, die Schätzung von Kreuzungseffekten sowie
Allelfrequenzunterschiede in für Fruchtbarkeitsmerkmale relevanten
Regionen.
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für
Tierzucht, führt das substantiell vom Bayerischen Staatsministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) geförderte Verbundprojekt
gemeinsam mit der Tierzuchtforschung e.V., dem Landeskuratorium der
Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V. (LKV) und dem
Institut für Tierzucht und Tierhaltung der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) durch.
pd
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