Donnerstag, 24.05.2012
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Grüne Gentechnik - Fluch, Segen oder beides?
Bayern - BASF und KWS wollen gemeinsam eine gentechnisch veränderte Zuckerrübe züchten, die gesamte Amflora-Ernte aus MVP wird entsorgt. Wir fragen Matthias Flachenecker nach seiner Meinung.
Gemüse im Freiland und Gewächshaus
"Mein Name ist Mathias Flachenecker, ich bin von Beruf Gärtnermeister. Unser Betrieb, der auf Gemüsebau spezialisiert ist, liegt im Knoblauchsland zwischen Nürnberg und Fürth. Wir bewirtschaften im Moment circa 25 Hektar Freiland und rund 2.500 m2 unter Glas. Unser Sortiment besteht zur einen Hälfte aus Kartoffeln, zur anderen aus vielen verschiedenen Gemüsekulturen von A wie Aubergine bis Z wie Zuchini.
Gentechnik oft nur Selbstdarstellung der Firmen
Für mich sieht es irgendwie so aus als ob manche Firmen, in diesem
Fall BASF und KWS, nur zu reiner Selbstdarstellung in der Welt
Züchtungen machen wollen, welche von den Verbrauchern und Produzenten
aber nicht wirklich gewollt und angenommen werden. Ich sehe darin im
Moment nur einen enormen Aufwand von finanziellen Mitteln, um irgend
geartete Ergebnisse präsentieren zu können, nur um am Markt und im
Gespräch zu bleiben. Vieles was diese Konzerne planen und machen ist
weltfremd und meist weit entfernt von dem was man "kundenspezifisch"
oder "praxisorientiert" nennt.
Im Grundsatz habe ich nichts gegen die
Genzüchtung, solange man damit Züchtungen zeitlich verkürzen kann, aber
nur wenn diese Züchtung auch auf dem "normalen" Weg möglich wäre. Völlig
Artfremde Gene miteinander zu kombinieren, kann nicht wirklich gut
sein. Um dazu genaue Aussagen machen zu können, müsste man
Langzeitversuche laufen lassen, welche aber eben durch die extreme
Gefahr nur sehr schwer machbar wären.
Zertifikate, die die Echtheit bestätigen
Zur Frage der Nulltoleranz: Auch hier sehe ich es so, dass man die
Nulltoleranz Grenze nicht zu eng sehen dürfte. Wenn natürliche
Züchtungen und Kreuzungen durch Gentechnik nur in der
Entwicklungsgeschwindigkeit verbessert wurden, sollten solche
Futtermittel zugelassen sein. Bei allen anderen "Quer"-Züchtungen muss
man eben unterscheiden oder mit Zertifikaten die "Natürlichkeit"
bestätigen, auch wenn das in der Praxis oft schwer ist, denn Papier ist
bekanntlich geduldig."
Mathias Flachenecker
90427 Nürnberg
Bayern
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