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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Betriebsführung » Produktion und Förderung » Wochenfrage-Gentechnik » Gentechnik-Flachenecker ]
Donnerstag, 24.05.2012
Seiten:  1 2 3 4 
Wochenfrage-Gentechnik | 11.03.2011 Redaktion agrarheute.com

Grüne Gentechnik - Fluch, Segen oder beides?

Bayern - BASF und KWS wollen gemeinsam eine gentechnisch veränderte Zuckerrübe züchten, die gesamte Amflora-Ernte aus MVP wird entsorgt. Wir fragen Matthias Flachenecker nach seiner Meinung.

Gemüse im Freiland und Gewächshaus

"Mein Name ist Mathias Flachenecker, ich bin von Beruf Gärtnermeister. Unser Betrieb, der auf Gemüsebau spezialisiert ist, liegt im Knoblauchsland zwischen Nürnberg und Fürth. Wir bewirtschaften im Moment circa 25 Hektar Freiland und rund 2.500 m2 unter Glas. Unser Sortiment besteht zur einen Hälfte aus Kartoffeln, zur anderen aus vielen verschiedenen Gemüsekulturen von A wie Aubergine bis Z wie Zuchini.

Gentechnik oft nur Selbstdarstellung der Firmen

Für mich sieht es irgendwie so aus als ob manche Firmen, in diesem Fall BASF und KWS, nur zu reiner Selbstdarstellung in der Welt Züchtungen machen wollen, welche von den Verbrauchern und Produzenten aber nicht wirklich gewollt und angenommen werden. Ich sehe darin im Moment nur einen enormen Aufwand von finanziellen Mitteln, um irgend geartete Ergebnisse präsentieren zu können, nur um am Markt und im Gespräch zu bleiben. Vieles was diese Konzerne planen und machen ist weltfremd und meist weit entfernt von dem was man "kundenspezifisch" oder "praxisorientiert" nennt.
Im Grundsatz habe ich nichts gegen die Genzüchtung, solange man damit Züchtungen zeitlich verkürzen kann, aber nur wenn diese Züchtung auch auf dem "normalen" Weg möglich wäre. Völlig Artfremde Gene miteinander zu kombinieren, kann nicht wirklich gut sein. Um dazu genaue Aussagen machen zu können, müsste man Langzeitversuche laufen lassen, welche aber eben durch die extreme Gefahr nur sehr schwer machbar wären.

Zertifikate, die die Echtheit bestätigen

Zur Frage der Nulltoleranz: Auch hier sehe ich es so, dass man die Nulltoleranz Grenze nicht zu eng sehen dürfte. Wenn natürliche Züchtungen und Kreuzungen durch Gentechnik nur in der Entwicklungsgeschwindigkeit verbessert wurden, sollten solche Futtermittel zugelassen sein. Bei allen anderen "Quer"-Züchtungen muss man eben unterscheiden oder mit Zertifikaten die "Natürlichkeit" bestätigen, auch wenn das in der Praxis oft schwer ist, denn Papier ist bekanntlich geduldig."
 
Mathias Flachenecker
90427 Nürnberg Bayern
 
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