Politik und Wirtschaft
23.06.2010
Förderung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern

Geplanter Anstieg der Agrar-Entwicklungshilfe begrüßt

Berlin - Der Vorsitzende des Ernährungsausschusses im Bundestag, Hans-Michael Goldmann, hat Bestrebungen zur Erhöhung des Etats für landwirtschaftliche Entwicklungshilfe begrüßt.

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Michael Goldmann (FDP)

Nur wenn die kleinbäuerliche Landwirtschaft in den Problemgebieten dieser Welt in die Lage versetzt werde, eine Entwicklung vor Ort in Gang zu setzen, könne die Welternährung sichergestellt werden, erklärte Goldmann anlässlich einer gemeinsamen Sitzung von Entwicklungs- und Agrarpolitikern der Koalition.

Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel kündigte dort an, den Betrag zur Förderung des ländlichen Raums auf 700 Millionen Euro erhöhen zu wollen. Im Jahr 2009 hatte der Anteil der ländlichen Entwicklung am Etat seines Hauses etwa 616 Millionen Euro beziehungsweise 5,9 Prozent betragen.

Goldmann: Know-how nutzbar machen

Laut Goldmann hat die Landwirtschaft mit ihren umfassenden Reformen der europäischen Agrarpolitik in den letzten Jahren bereits einen großen Beitrag geleistet, die Chancen der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern zu erhöhen. Auch die nächste Reform der EU-Agrarpolitik werde hierzu einen Beitrag leisten, insbesondere wenn die Exportsubventionen gänzlich abgeschafft würden. Zur Förderung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern will der FDP-Politiker mehr Transfer von Know-how sehen. Diesen könne man nur realisieren, wenn alle Beteiligten an einem Strang zögen.

Mortler: Nachhaltige Landwirtschaft erhalten

Die Agrarexpertin der CSU, Marlene Mortler, erinnerte daran, dass der Anteil der EU-Entwicklungshilfe zur Förderung der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten von 30 Prozent auf sechs Prozent zurückgefahren worden sei. Die Geschichte habe aber gezeigt, dass die Landwirtschaft die Basis für den Fortschritt eines jeden Landes sei. "Entscheidend ist, in den Entwicklungsländern eine nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen beziehungsweise zu erhalten", unterstrich Mortler. Europas Landwirte könnten hierbei einen wichtigen Beitrag leisten. "Der Schlüssel zum Erfolg landwirtschaftlicher Produktion ist das fachliche Know-how, das hierzulande reich gesät ist", hob die CSU-Politikerin hervor. Um dieses weiterzugeben, sprach sie sich unter anderem für Praktikantenprogramme aus, wie sie bereits erfolgreich mit osteuropäischen Staaten funktionierten. (AgE)


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