Donnerstag, 24.05.2012
Hessen: Positives Erntefazit
Wiesbaden - Die Getreideernte in Hessen bleibt nur fünf Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Auch die geforderten Qualitäten wurden erreicht.
Die weltweite Getreideproduktion erreicht wohl einen neuen Rekord. Das gleiche gilt jedoch auch für den Verbrauch.
© Sven Brentrup/aboutpixel.de
Trotz widriger Witterungsbedingungen und entgegen
eher pessimistischen Prognosen hat die
Getreideernte 2011 für
die hessischen Betriebe noch einigermaßen zufriedenstellende Erträge
und Qualitäten gebracht. Das hat Hessens Landwirtschaftsministerin
Lucia Puttrich mit Blick auf die
vorläufigen amtlichen Druschergebnisse festgestellt.
Mit einer Gesamtmenge
von 1,99 Millionen Tonnen bei einem Durchschnittsertrag von
66,6 dt/ha handle es sich um eine von der Menge und Qualität her
noch gute Ernte, die vom Gesamtaufkommen her nur um knapp fünf Prozent
unter dem Vorjahresergebnis liege und den bundesweiten Durchschnittsertrag
um fast 3 dt/ha übertreffe, erklärte Puttrich. Damit
sehe es in Hessen nicht so schlimm aus wie in anderen deutschen
Regionen.
Erntemengen regional sehr unterschiedlich
Allerdings seien starke Schwankungen der Erntemengen,
selbst innerhalb einer Region, festgestellt worden. "In der
Aufwuchsphase zu trocken, in der Erntephase zu nass und am
Schluss noch Starkniederschläge und teilweise Hagel - das waren
Bedingungen, unter denen natürlich keine Spitzenernte zu erwarten
war", erläuterte die Ministerin. Dennoch könnten die vom Markt
geforderten Qualitäten weitestgehend eingehalten werden.
Getreide: Erzeugerpreise steigen um 30 Prozent
Puttrich hob hervor, dass sich die Einnahmesituation in der
Landwirtschaft indes in diesem Jahr deutlich besser als in
den Vorjahren gestalte. Die Erzeugerpreise für Getreide
lägen derzeit zwischen zehn und 33 Prozent sowie für Raps um
23 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. "Da die weitere
Preisentwicklung jedoch unsicher ist, sind Einlagerungen
genau abzuwägen", empfahl die Ministerin.
Tendenziell
könne mit steigenden Preisen gerechnet werden, da die
unbefriedigende Erntesituation in verschiedenen Anbauregionen
der Welt auf eine größere Nachfrage nach heimischem
Getreide hindeuteten.
Winterraps: Ertrag 20 Prozent unter 2010
Beim Winterraps sei der Ertrag
mit 32 dt/ha um fast 20 Prozent niedriger als im vergangenen
Jahr und um gut 17 Prozent geringer als im Durchschnitt der
letzten Jahre ausgefallen, führte Puttrich aus. Hier hätten
sich die schlechten Aussaatbedingungen im Herbst 2010
sowie die Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer dieses
Jahres besonders ausgewirkt, was im gesamten Bundesgebiet
zu geringeren Rapserträgen geführt habe.
Heu: Preise doppelt so hoch wie im Vorjahr
Die Futterversorgung
der hessischen Tierhaltungsbetriebe sieht die
Ministerin weitestgehend gesichert, auch wenn es hier aufgrund
der zunächst fehlenden und dann dauerhaft einsetzenden
Niederschläge zu Problemen und deutlichen Mindererträgen
kam. Daher seien die Preise für Heu teilweise
um bis zu 50 Prozent gegenüber 2010 gestiegen. "Insgesamt aber
sind die hessischen Betriebe wohl noch einmal mit einem
blauen Auge davongekommen", stellte Puttrich abschließend
fest.
Die Erzeugerpreise für
Halmgetreide und Raps liegen deutlich über dem Niveau von 2010 - Landwirtschaftsministerin Puttrich sieht die Futterversorgung
der Tierhaltungsbetriebe weitestgehend gesichert.
AgE
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.