35 Prozent weniger - so sieht die Bilanz der EU-Weichweizenausfuhren in der ersten Hälfte des aktuellen Wirtschaftsjahres aus. Hauptgrund ist die Rückkehr der Schwarzmeerländer an den Weltmarkt.
Mit einer Ausfuhrmenge von 794.000 Tonnen war Deutschland der größte Gerstenexporteur.
© Jonas Eberhardt/pixelio
Die Länder der europäischen Union exportierten in der ersten Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres (1. Juli bis 27. November 2011) rund 7,26 Millionen Tonnen (Mio. t) Weichweizen. Im Vergleich zum überragenden Vorjahresergebnis von 11,13 Mio. t, ist dies ein Rückgang der Ausfuhren um 35 Prozent bzw. 3,87 Mio. t.
Größter Einzelexporteur der EU war in den ersten sechs Monaten des Wirtschaftsjahres Frankreich mit 3,5 Millionen Tonnen, gefolgt von Deutschland mit immerhin 2,2 Mio. t Weichweizen.
Wichtigste Ursache für den kräftigen Rückgang der Weizenexporte ist die Rückkehr der Schwarzmeerländer (insbesondere Russlands) an den Weltmarkt. Im letzten Jahr hatten die Russen nach Jahrhundertdürre und Missernte ein Ausfuhrverbot verhängt und die Ukraine hatte die Ausfuhr über Kontingente und Exportzölle reguliert. In Ägypten und in anderen nordafrikanischen Importländern sind die Russen in den letzten sechs Monaten wieder zum Hauptlieferanten geworden. Zuletzt haben sich die Preise zwischen Russland und den Europäern jedoch angeglichen und der schwache Euro hat dem EU-Export neue Impulse gegeben.
Bei
Gerste exportierten die europäischen Länder in den ersten sechs Monaten
des Wirtschaftsjahres etwa 2,02 Millionen Tonnen und damit knapp 30 Prozent bzw. 0,86
Millionen Tonnen weniger als im letzten Jahr. Dies ist jedoch dennoch deutlich
mehr als man wegen der kleineren europäischen Ernte und des
Wettbewerbsdrucks vom schwarzen Meer, zu Beginn der Wirtschaftsjahres
erwartet hatte.
Ursache ist, dass die Ukraine als Wettbewerber bislang
schwach blieb, da sie bei Gerste, anders als bei Weizen und Mais, die
Exportzölle beibehielt und damit die eigene Wettbewerbsposition
schwächte.
Größter europäischer Exporteur war Deutschland, mit einer
Ausfuhrmenge von 794.000 Tonnen, gefolgt von Frankreich mit 435.000 t und
Rumänien mit 187.000 t.
Die weitere Entwicklung wird auch davon
abhängen, ob die Ukraine die Exportzölle auch im neuen Jahr beibehält.
Rumänien bei den Maisexporten vorn
Auch der europäische Maisexport läuft besser als erwartet - obwohl
Niedrigwasser auf der Donau den großen Exporteuren im Süden Europas
das Leben schwer gemacht hat. In den ersten sechs Monaten des laufenden
Wirtschaftsjahres exportierten die Europäer rund 1,69 Millionen Tonnen Mais in
Drittländer und damit fast dreimal so viel wie im letzten Jahr.
Größter
Exporteur der EU war Rumänien mit 719.000 t, vor Frankreich mit 306.000 t
und Deutschland mit 217.000 t. Importiert wurden 2,38 Millionen Tonnen Mais und
damit rund 20 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die größten Maisimporteure
der EU waren Spanien, Portugal und Italien.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv