Donnerstag, 24.05.2012
Die Getreideernte steht an – Zwei Landwirte zeigen ihre Felder
München - Mitte April gewährten uns zwei bayerische Landwirte einen Blick auf ihre Äcker. Inzwischen hat sich dort einiges verändert.
Landwirt Josef Wörl ist mit der Entwicklung seiner Sommergerste zufrieden.
© Julia Zwingmann
Zweieinhalb Monate sind seit dem letzten Besuch bei
Landwirt Josef Wörl in Galgen im Landkreis Fürstenfeldbruck vergangen. "Es hat sich viel getan bei mir auf dem Acker", sagt der Bauer mit einem Lächeln, während er vor seinem Sommergerstefeld steht. Die Veränderung zum April ist deutlich zu erkennen: Wo vor einigen Wochen kaum etwas zu sehen war, ist jetzt alles dicht bewachsen.
Wegen starken Regenschauern in der vergangenen Nacht befinden sich einige Teile des Gersteanbaus im Lager. Das erschwere die Ernte ein wenig, sei aber nicht weiter schlimm, sagt Bauer Wörl.
Enorme Hagelschäden in Esting
"Dafür hat die Trockenheit der letzten Zeit für uns zum Glück kein
Problem dargestellt. Und auch vom Hagel sind wir verschont geblieben", so der
Landwirt weiter. Pfingsten hatte es in anderen Teilen des Landkreises so
stark gehagelt, dass einige Landwirte großen Schaden davon genommen
haben.
Bio-Bauer
Andreas Hatzl aus Esting hatte besonders großes Pech. Im April war er einer der beiden Landwirte, die uns ihr Feld gezeigt haben. Gerade ist er auf einer Exkursion zum Thema Kartoffeln in Schweden. Seine Frau Dorothea erklärt am Telefon, dass 50 Prozent der
Kartoffelflächen vom Hagel schwer getroffen worden seien.
Ungebetene Feldbesucher: Getreidehähnchen und Wildschweine
Aber zurück zu Josef Wörl nach Galgen! Der Winterweizen auf seinem
Feld hat bereits das
Endstadium erreicht und kann im August geerntet werden. "Gegen
Getreidehähnchen und Pilze musste ich spritzen, aber sonst ist alles gut
verlaufen", fasst der
Landwirt zusammen und fügt hinzu: "Ach ja, ein
paar ungebetene Besucher hatten wir noch - Wildschweine!" Im Vorjahr
hatte Wörl auf seinem jetzigen Weizenfeld Mais angebaut. "Da müssen noch
vereinzelte Kolben in der Erde gewesen sein. Das riechen die Tiere und
graben danach. Und auf meinem Zuckerrübenfeld haben sie mir gleich ein
paar Quadratmeter Rüben weggefressen". Aber der
Landwirt nimmt’s
gelassen. Ansonsten kann er schließlich zufrieden sein.
Familie Dinkel - von 'ganz normalen' Landwirten zu Nudelproduzenten
Auch bei Thomas Dinkel aus dem Nachbarort Malching läuft bis jetzt im
Großen und Ganzen alles planmäßig auf seinen Feldern. Er führt einen
dreigeteilten Betrieb:
45 Hektar Acker und 8.000 Legehennen, die gentechnikfrei gefüttert
werden, gehören zu seinem Hof. Das größte Standbein hat sich seine
Familie jedoch durch die Nudelproduktion aufgebaut. "Das war Mitte der
80er Jahre eine spontane Idee von meiner Mutter", erklärt der Landwirt.
Der Vater sei erst mal skeptisch gewesen, doch es sei ein voller Erfolg geworden. "Die Nachfrage war von
Anfang an hoch", freut sich der zweifache Familienvater. Neben ihm und
seiner Frau Sabine arbeiten heute ein Festangestellter und fünf
Teilzeitkräfte auf dem Hof.
Gute Ernte in Aussicht
Auf seinen Äckern wachsen Sojabohnen, Körnermais,
Gerste und Weizen. Die
Wintergerste ist schon reif und könnte geerntet werden. Aber auch in
Malching hat es die Nacht zuvor stark geregnet. Das zögert die Ernte
hinaus.
Besonders stolz ist Thomas Dinkel auf sein Hartweizenfeld. Was
ist das Besondere an diesem Getreide? "Das wächst normal eher in
trockeneren Gebieten. Italien zum Beispiel", erklärt er. Der Landwirt
rechnet und kommt auf das Ergebnis, dass aus den vier Hektar Hartweizen
36.000 Pfund-Päckchen Nudeln gemacht werden können. Eine beachtliche
Menge, die aber nur einen kleinen Teil seiner Jahresproduktion ausmacht.
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass vereinzelte Ähren ein wenig
krank aussehen. Das nimmt Thomas Dinkel aber in Kauf. Vom Spritzen hält
er nicht sehr viel. "Ich halte mich mit den Fungiziden lieber zurück",
sagt er.
Rundum zufrieden ist er dafür mit seinem Roggenfeld. "Wenn jetzt nichts
Unvorhergesehenes passiert, dann wird das dieses Jahr eine sehr gute
Ernte", freut sich der Landwirt.
jz
Die Getreideernte steht an – Zwei Landwirte zeigen ihre Felder (01.07.2011)
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