Donnerstag, 24.05.2012
Glyphosat weiter zugelassen
Berlin - Glyphosat darf weiterhin verwendet werden. Bundesregierung und Koalitionsfraktionen sprachen sich im Ernährungsausschuss gegen einen Antrag der Grünen aus.
Der Glyphosat-Einsatz ist umstritten: Während die einen Gesundheits- und Bodenschäden fürchten, bezeichnen es die anderen als unverzichtbaren Wirkstoff für Pflanzenschutzmittel.
© Mühlhausen/landpixel
Bündnis 90/Die Grünen hatten beantragt, die Zulassung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Glyphosat auszusetzen.
Aktuell wird Glyphosat auf EU-Ebene einer Neubewertung unterzogen. Hintergrund ist eine zeitlich befristete Genehmigung. Die Bundesrepublik als berichterstattendes Mitgliedsland muss bis Ende Mai 2012 Unterlagen für die Neubewertung einreichen. Daran anschließend muss Deutschland innerhalb eines Jahres einen Bewertungsbericht erstellen, der mit den anderen EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Behörden für Lebensmittelsicherheit (EFSA) diskutiert wird. Auf Basis eines Berichts der EFSA schlägt die EU-Kommission dann die Genehmigung oder die Nichtgenehmigung des Wirkstoffs vor. Dem Vorschlag müssen die Mitgliedstaaten ausschließlich im zuständigen Ausschuss mit qualifizierter Mehrheit zustimmen.
Aus Sicht der deutschen Fachbehörden stellen die derzeit vorliegenden Informationen die Zulassungsfähigkeit von Glyphosat nicht in Frage. Ein vorgezogenes Verbot dieses Wirkstoffs, das nur auf EU-Ebene erfolgen könnte, sei deshalb aus rechtlicher Sicht nicht möglich, heißt es in Berlin.
CDU/CSU: Forderung unbegründet
Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU, Franz-Josef Holzenkamp,
und der zuständige Berichterstatter Alois Gerig bezeichneten die
Forderung der Grünen als unbegründet. Derzeit lägen keine
wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, die eine Aussetzung der Zulassung
rechtfertigen würden, erklärte die CDU-Politiker.
FDP: Glyphosat ungefährlich
Ähnlich
äußerte sich FDP-Agrarsprecherin Dr. Christel Happach-Kasan. Ihren
Ausführungen zufolge sind moderne Pflanzenschutzmittel wie der Wirkstoff
Glyphosat bei fachgerechtem Einsatz für Mensch und Umwelt ungefährlich.
Die FDP-Politikerin warf den Grünen "unseriöse Panikmache" vor.
Grüne: Risiken müssen erforscht und neu bewertet werden
Demgegenüber
wertet Harald Ebner, Grünen-Sprecher für Agrogentechnik, die Haltung
von Union und FDP als "Ausdruck von Lobby- und Klientelpolitik". Ebner
begründete den Antrag auf Aussetzung der Glyphosat-Zulassung mit der
Notwendigkeit, die Risiken des Wirkstoffs umfassend zu erforschen und
neu zu bewerten. Insbesondere der Verkauf an Hobbygärtner in
Gartencentern und Baumärkten müsse sofort gestoppt werden.
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AgE/pd
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