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Die ersten Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit stehen in Schleswig-Holstein unmittelbar vor dem Start. Ab dem 20. Mai 2008 werden die Kreise und kreisfreien Städte eigens entwickelte Impfstoffe gegen das Virus der nur für wiederkäuende Tiere gefährlichen Krankheit erhalten. Wie das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mitteilt, kommen in den nächsten Wochen drei Impfstoffvarianten zum Einsatz, zwei nur für Rinder, die dritte hingegen sei auch für Schafe und Ziegen geeignet. Der zuerst verfügbare Impfstoff werde ein Rinderimpfstoff sein, voraussichtlich ab dem 30. Mai werde das auch für Schafe und Ziegen geeignete Serum geliefert. Das Ministerium weist darauf hin, dass für Schafe und Ziegen eine Impfung ausreicht, während bei Rindern für einen ausreichenden Schutz die Impfung nach drei bis vier Wochen noch einmal wiederholt werden müsse.
Tiere mit nachgewiesenem Impfschutz werden im EU-Handel privilegiert behandelt, für Tiere ohne diesen Nachweis gelte die Privilegierung hingegen nicht. Die Impfungen dürfen nur von Tierärzten vorgenommen werden. Gerade die besonders gefährdeten Schafe sollten vorrangig berücksichtigt werden und möglichst Mitte Juni 2008 vollzählig geimpft sein. Der Abschluss der Impfungen insgesamt soll bis Ende Juli erfolgen, rechtzeitig zur Hauptflugzeit der Gnitzen. Spätestens mit dem Abschluss der Impfkampagne werden dann auch alle bisherigen Beihilfen durch das Land beziehungweise den Tierseuchenfonds bei Tierverlust aufgrund der Blauzungenkrankheit eingestellt, teilt das schleswig-holsteinische Ministerium weiter mit. Das Schadenrisiko liege dann allein beim Tierhalter. Die Erfahrungen von Tierhaltern in anderen Bundesländern aus dem Jahr 2007 verdeutlichen, dass die Konsequenzen je nach Betroffenheit die wirtschaftliche Existenz bedrohen können.
Auch in Hessen wird ab dem 20. Mai 2008 gegen die Blauzungenkrankheit geimpft. Die Verteilung der Impfstoffe erfolgt über die Veterinärämter der Landkreise und kreisfreien Städte. Der zuerst eintreffende Rinderimpfstoff der Firma Fort Dodge werde komplett dem Landkreis Fulda zur Impfung der dortigen Rinderpopulation zur Verfügung gestellt. Der Kreis Fulda ist der rinderreichste hessische Landkreis und aufgrund der östlichen Lage bisher nur schwach von der Blauzungenkrankheit betroffen gewesen. Die dortige große Rinderpopulation sei daher nur wenig auf natürlichem Wege immunisiert. Insgesamt müssten in Hessen etwa 350.000 Schafe und Ziegen sowie zirka 500.000 Rinder geimpft werden. Auch in Hessen ist die Impfung für alle Schafe, Ziegen und Rinder – bis auf wenige Ausnahmen - Pflicht.
Der Rinderimpfstoff der Firma Merial werde Anfang Juni geliefert und solle direkt in die Landkreise Marburg-Biedenkopf und in den Vogelsbergkreis ausgeliefert und zur Impfung der dortigen Rinderpopulation genutzt werden. In allen anderen Landkreisen und Städten werden als erstes die Schafe mit CZV-Impfstoff geimpft, der ab Ende Mai bis Anfang Juni komplett geliefert werde. Im Anschluss an die Schafimpfung werden in allen Städten und Landkreisen (außer in den Landkreisen Fulda, Marburg-Biedenkopf und Vogelsberg) die Rinder mit CZV-Impfstoff geimpft. (pd)

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