06.07.2010
Niedersachsen
Grüne Berufe bieten noch 100 Ausbildungsplätze
Hannover - In Niedersachsen gibt es für das Ausbildungsjahr 2010/11 noch gute Chancen, in den Berufen Landwirt, Gärtner oder Tierwirt einen Ausbildungsbetrieb zu finden.

(Foto: agrarfoto.com)
Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen sind derzeit landesweit noch etwa 100 Plätze für motivierte Nachwuchskräfte frei. Betreut und beraten würden die "grünen Auszubildenden" und die Ausbildungsbetriebe von den Landwirtschaftskammern. Bei einem persönlichen Termin stünden die Ausbildungsberater für die Wahl der richtigen Ausbildung und die Suche nach einem Betrieb zur Seite.
Grüne Berufe sind interessant und vielseitig
Laut Darstellung des Landesbauernverbandes streben inzwischen nicht nur die ältesten Söhne von Bauern eine landwirtschaftliche Lehre an, sondern auch die Nachgeborenen oder Töchter der Landwirtsfamilien. Auch Schulabgänger ohne landwirtschaftlichen Hintergrund entdeckten die "grünen" Berufe für sich. Dabei lägen die Vorteile auf der Hand, denn ein Ausbildungsplatz in der Region, abwechslungsreiche Aufgaben, vielfältige Fortbildungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten sowie ein familiäres Miteinander auf den Höfen stellten einen Bürojob in den Schatten.
Landwirte und Gärtner am stärksten vertreten
Dem Landvolkverband zufolgen hatten sich im vergangenen Jahr insgesamt 6.340 junge Menschen für die Ausbildung in einem grünen Beruf entschieden. Am stärksten vertreten seien Landwirte und Gärtner mit 1.600 beziehungsweise 2.050 Auszubildenden, beide mit steigender Tendenz. Auch die 2005 eingeführten Ausbildungsgänge Werker in der Landwirtschaft und Fachkraft für Agrarservice erfreuten sich mit inzwischen 26 und 130 besetzten Stellen wachsender Beliebtheit. Den Weg in die Hauswirtschaft schlügen dagegen immer weniger junge Menschen ein.
Neue Ausbildungsverordnung für Pferdewirte
Während 2004 noch jeweils 780 überwiegend weibliche Schulabgänger die Ausbildung zur Hauswirtschafterin oder Helferin in der Hauswirtschaft eingeschlagen hätten, seien es im vergangenen Jahr nur noch 650 beziehungsweise 700 gewesen. Um die grünen Berufe interessanter und zeitgemäßer zu gestalten, würden sie permanent auf ihre Inhalte überprüft und gegebenenfalls angepasst, so der Landvolkverband. Am 1. August trete beispielsweise eine neue Ausbildungsverordnung für Pferdewirte mit nun fünf statt bisher vier Schwerpunkten in Kraft. Auch der Ausbildungsrahmenplan für die Molkereifachleute sei aktualisiert worden. Mit diesen Modernisierungen wolle man die grünen Berufe für junge Menschen attraktiver machen, denn bei sinkenden Auszubildendenzahlen konkurriere die Landwirtschaft mit Handwerk, Industrie und Handel um die besten Nachwuchskräfte. (AgE)
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