Donnerstag, 24.05.2012
Argentinien plant deutliche Steigerung der Agrarproduktion
Buenos Aires - Argentinien will seine Agrarproduktion bis 2020 um 60% steigern. Das geht aus einem Strategieplan hervor, den die argentinische Regierung jetzt veröffentlichte.
Argentinien plant sowohl seinen Rinderbestand aufzustocken als auch die pflanzliche Produktion auszuweiten.
© Dieter Schütz/pixelio
Demnach soll unter anderem die inländische Schweinefleischbranche die Fleischproduktion bis 2020 um 197% auf 822.000 t hochfahren. Angesichts der steigenden Anwendung der intensiven Tierhaltung in Feedlots (großflächige Rindermastanlagen) erwartet die Regierung zudem einen signifikanten Anstieg in der Rinder- und Rindfleischproduktion. Nachdem die Rinderherden im Verlauf der vergangenen vier Jahre noch um 10 Mio. Tiere verkleinert wurden, rechnet die Regierung mit einer Steigerung der Rindfleischproduktion um 70% bis 2020.
Aktuell sind jedoch die Rindfleischvorräte knapp, was unter anderem auf eine Dürre und von der Regierung verfügte Preisobergrenzen zurückzuführen ist. Beide Faktoren führten 2009 zu einem massiven Ausverkauf bei den Vieherzeugern.
Dow Jones News zufolge geht die Rindfleischkammer Ciccra nicht davon aus, dass sich die Fleischproduktion vor 2014 wieder stabilisiert. War Argentinien im Jahr 2009 mit einer Ausfuhrmenge von 655.000 t noch der weltweit drittgrößte Rindfleischexporteur, sieht das US-Agrarministerium das Land dieses Jahr auf Platz 9 mit einem Ausfuhrvolumen von voraussichtlich 270.000 t.
Auch die pflanzliche Produktion soll intensiviert werden
Die gesamte Getreideproduktion soll laut Strategieplan im
Vergleich zur Rekordernte 2010/11 um 50% auf 150 Mio. t 2020 anziehen.
Bei Soja visiert Argentinien im Verlauf des Jahrzehnts eine Steigerung
um 34% auf 70,9 Mio. t an, bei Mais ist sogar ein Zuwachs um 106% auf
43,9 Mio. t geplant. Manche Beobachter werten den Plan als Versuch der
Regierung, die Wut der Erzeuger zu besänftigen. Anlässlich der
Landwirtschaftsmesse La Rural, die vergangene Woche in Buenos Aires
stattfand, hatten Farmer ihre Kritik an Exportsteuern und
Ausfuhrbegrenzungen für Agrarprodukte bekräftigt und in Folge dieser
Politik entgangene Wachstumschancen beklagt.
aiz
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