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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Pflanze » Allgemeines » gvo Zulassungen ]
Donnerstag, 24.05.2012
Allgemeines | 05.10.2011 Redaktion agrarheute.com

GVO-Zulassungen für Mais, Soja und Zuckerrüben in der Pipeline?

Berlin - Während der Anbau von Gen-Organismen in der EU außer in Spanien wegen Verboten derzeit bedeutungslos ist, sorgt sich die heimische Ökoszene über die rechtlichen Grundlagen für Biotech-Kulturen.
© Mühlhausen/landpixel
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© Mühlhausen/landpixel
"Das Zulassungsverfahren von Gentech-Panzen hält nicht, was es verspricht", sagte der Vorstandsvorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, über das EU-Verfahren am Montag vergangener Woche vor Pressevertretern in Berlin. Er forderte die Bundesregierung auf, sich in Brüssel für die Möglichkeit regionaler Anbauverbote von Gentech-Panzen einzusetzen. "Wir brauchen eine gründliche Risikoprüfung, denn einmal in die Natur entlassen, können GVO nicht wieder zurückgeholt werden", erklärte der BÖLW-Vorsitzende.chtigte Biotech-Veränderungen hinausgehen. Bei der Sojapanze MON8770 sei durch den Einbau zusätzlicher Gene der Stoffwechsel der Panzen unbeabsichtigt verändert worden. In diesen Panzen, die ein Insektengift produzierten, sei im Vergleich zu den Kontrollpanzen aus konventioneller Zucht der Gehalt an Vitamin E verändert. Dies werde auch von der EFSA eingestanden, ohne dass detaillierte Untersuchungen der Genaktivität und des Stoffwechselprols der Panzen gefordert worden seien.

Zulassungen aus Brüssel, Anbauverbote auf nationaler Ebene

Mit seiner Warnung beruft er sich auf eine von seinem Verband beim ehemaligen Greenpeace-Mitarbeiter Christoph Then mit seinem Büro Testbiotech in Auftrag gegebene Untersuchung. Kritik wird darin an der vergleichenden Risikoprüfung geübt. Dabei würden die Gefahren von Gentech-Panzen mit herkömmlich gezüchteten grundsätzlich gleichgesetzt. Laut Einschätzung Thens ist indes zu erwarten, dass die EU-Kommission den Anbau mehrerer neuer GVO genehmigt.
 
Allerdings ringt die Kommission gerade mit den Mitgliedstaaten darum, mögliche Anbauverbote auf nationaler Ebene auf eine neue Grundlage zu stellen, während die Zuständigkeit für GVO-Zulassungen in der Zuständigkeit Brüssels verbleiben soll. Bevor dieser Spagat nicht gelungen ist, muten neue GVO-Genehmigungen unwahrscheinlich an.

BÖLW: 20 herbizidtolerante Pflanzen warten auf Zulassung

Bei den von Then erwarteten Zulassungen handelt es sich um drei Mais-, eine Zuckerrüben- und eine Sojalinie. Aus dem Portfolio von Monsanto geht es konkret um H7-Zuckerrüben, den Mais MON88017 sowie um Roundup-Ready-Soja. Außerdem rechnet Then mit Genehmigungen für den Mais Bt 11 von Syngenta sowie für den Mais 1507 von Dow AgroSciences und Pioneer. Dazu kommt als sechstes Produkt noch der herbizidtolerante Mais NK603 von Monsanto, den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bereits 2009 positiv beschieden hatte. Bisher ist in der EU lediglich der seit 1998 genehmigte Monsanto-Mais MON810 und die 2010 zugelassene Stärkekartoffel Amora der BASF für den Anbau erlaubt.
 
MON810 steht aber nur in Spanien in nennenswertem Umfang auf dem Acker, in anderen wichtigen Ländern wie Frankreich und Deutschland gelten national erlassene Anbauverbote. Die Wiederzulassung von MON810 ist beantragt und von der EFSA bereits befürwortet. Bei zahlreichen Zulassungsanträgen ist es in den vergangenen Jahren zu großen Verzögerungen gekommen. Laut BÖLW warten derzeit 20 herbizidtolerante Panzen auf eine EU-Anbauzulassung.
 

EFSA-Analysen vermisst

In seiner Studie warnt Then vor veränderten Eigenschaften von GVO, die über beabsichtigte Biotech-Veränderungen hinausgehen. Bei der Sojapanze MON8770 sei durch den Einbau zusätzlicher Gene der Stoffwechsel der Panzen unbeabsichtigt verändert worden. In diesen Panzen, die ein Insektengift produzierten, sei im Vergleich zu den Kontrollpanzen aus konventioneller Zucht der Gehalt an Vitamin E verändert. Dies werde auch von der EFSA eingestanden, ohne dass detaillierte Untersuchungen der Genaktivität und des Stoffwechselprols der Panzen gefordert worden seien.
 

"Derzeitige Risikoprüfung wird Gefahren von Gentech-Pflanzen nicht gerecht"

Generell verlange die EFSA weder unabhängige Untersuchungen noch die wissenschaftliche Publikation von Untersuchungsergebnissen. "In der Regel werden die Dossiers akzeptiert, die von der Industrie erstellt wurden", heißt es in der Studie. Die derzeitige Risikoprüfung werde "den spezischen Gefahren von Gentech-Panzen nicht gerecht", so Thens Fazit.
 

Roundup schon in kleinen Dosierungen gefährlich?

Er warnt auch vor einem steigenden Verbrauch des Totalherbizids Glyphosat, das in Kombination mit zahlreichen GVO-Panzen verkauft wird, die resistent gegen das Mittel sind. Gefahren sieht Then für die biologische Vielfalt, aber auch für die menschliche Gesundheit. Die behandelten Panzen enthielten nach der Ernte häug Rückstände der Unkrautvernichtungsmittel und von deren Abbauprodukten. Es gebe Hinweise darauf, dass Glyphosat und seine Abbauprodukte schon in wesentlich geringeren Dosierungen als bisher angenommen wurde gravierende gesundheitliche Schäden auslösten. Betroffen sein könnten Hormonsystem, Nervensystem sowie die Embryonalentwicklung.
 
AgE
Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion DLZ Vorhersagemodelle für den Pflanzenschutz
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Keywords Anbauverbot | EU | Gentech | Gentechnisch verändert | Mais | Soja | Zuckerrübe | Zulassung | gvo
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