Beim Einsatz von Herbiziden spielen sowohl der Entwicklungsstand der Pflanzen, als auch die Temperaturen eine große Rolle. So machen Sie es richtig.
Der Herbizideinsatz sollte den Ackerkulturen eigentlich gutes tun. Um dieses Ziel auch zu erreichen, gilt es einiges zu beachten.
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Einsatz von Bodenherbiziden im Vorauflauf bis frühen Nachauflauf des Wintergetreides
Mit dem frühen Einsatz von Bodenherbiziden sollte die Unkrautkonkurrenz im Herbst ausgeschaltet werden. Bei trockener Bodenoberfläche ist die Wirkung des Flufenacets, Pendimethalins und des Prosulfocarbs stark eingeschränkt, andererseits keimen die Ungräser, vor allem der Ackerfuchsschwanz im trockenen Boden schneller als das Getreide, weil die kleineren Samen weniger Wasser zum Keimen brauchen.
Der Einsatz von Herbiziden im Herbst sollte auf jeden Fall durchgeführt
werden, wenn die Unkrautkonkurrenz zu einer Beeinträchtigung der
Entwicklung des Getreides führt, eine Bekämpfung im Frühjahr nicht mehr
oder nur noch mit hohem Aufwand möglich ist, der Herbizideinsatz im
Frühjahr mehr Risiko für das Getreide bedeutet.
Das ist der Fall, wenn
das Getreide vor Winter begonnen hat, sich zu bestocken und der
Herbizideinsatz im Frühjahr in das Doppelring-Stadium fallen würde.
Vorsicht bei auswinterungsgefährdeten Standorten
Andererseits ist in stark auswinterungsgefährdeten Standorten der
Einsatz von Bodenherbiziden, insbesondere von diflufenikan-,
flufenacet-, pendimethalin- und prosulfocarbhaltigen Mitteln in Frage zu
stellen, weil dadurch die Frostempfindlichkeit ansteigt. Am wenigsten
negativ auf die Winterhärte wirken sich noch das IPU und
Sulfonylharnstoffe sowie FOP/DEN-Mittel aus, soweit sie wenigstens zwei bis drei Wochen vor Vegetationsende ausgebracht werden, und somit noch entgiftet
werden können. Die chloquintocethaltien FOP/DEN-Mittel können sogar bis
unmittelbar an eine Frostperiode gespritzt werden.
Problemstandorte mit FOP-Resistenz
Bei unsicherer Bodenfeuchte, das heißt wenn die Böden über Nacht nicht mehr
Feuchtigkeit ziehen, ist die Wirkung des Flufenacet (FFA) stark
eingeschränkt. In diesem Fall kommt es zu teuer, auf eine volle
Fuchsschwanzwirkung der Bodenherbizide zu setzen und trotzdem
nachspritzen zu müssen.
Andererseits bewirkt das FFA eine Entwicklungsverzögerung auch der nicht
100 %ig ausgeschalteten Ungräser. Damit trifft die eventuell notwendige
Nachspritzung auf physiologisch jüngere Pflanzen, die leichter
ausgeschaltet werden. Deshalb sollte auf Problemstandorten mit
FOP-Resistenz in jedem Fall eine Vorlage von FFA im Vorauflauf bzw.
frühen Nachauflauf erfolgen.
Auf Standorten ohne FOP-Resistenz bietet sich die Kombination Flufenacet
bzw. Diflufenikan+Flufenacet mit Pinoxaden+Cloquintocet bzw. mit
Pinoxaden+Clodinafop+Cloquintocet an, wenn der Ackerfuchsschwanz das 3-
bis 4-Blattstadium erreicht hat. Erhöhte Flufenacet-Mengen alleine
bringen keine bessere Wirkung auf den bereits aufgelaufenen
Ackerfuchsschwanz.
Die Herbizid-Spritzung im späten Nachauflauf sollte unabhängig von einer Vorlage (VA/NAK) dann durchgeführt werden, wenn das Getreide bereits im Bestocken ist und mehr als 20 Windhalm- oder 30 Ackerfuchsschwanzpflanzen pro Quadratmeter gezählt werden, die zur Konkurrenz im Bestand werden. Bei dieser Besatzdichte ist es wirtschaftlich, die (Rest-) Verungrasung bereits im Herbst auszuschalten. Die Unkrautkonkurrenz wirkt sich in dicht gesäten Beständen stärker bestandesdezimierend aus.
In der
Gerste kann der Ackerfuchsschwanz nur mit Pinoxaden+Cloquintocet im Herbst behandelt werden. Die Wirkung dieser Kombination fällt im Frühjahr gegen weiter entwickelte Ungräser stark ab.
Bei geringerem Ackerfuchsschwanzbesatz ist die Bekämpfung im zeitigen Frühjahr im Weizen mit Mesosulfuron+Iodosulfuron oder mit Florasulam+Pyrosulam (Ackerfuchsschwanz maximal beginnende Bestockung), sicherer, weil damit auch der über Winter und im zeitigen Frühjahr auflaufende Ackerfuchsschwanz (+ Windhalm) erfaßt wird.
Die Herbizidmaßnahme mit Mesosulfuron+Iodosulfuron sollte 14 Tage bevor mit anhaltenden Nachtfrösten (unter -5 °C) zu rechnen ist abgeschlossen sein. Das Pinoxaden+Cloquintocet oder Pinoxaden+Clodinafop+Cloquintocet kann bis drei Tage vor Nachtfrost (unter -5 °C) gespritzt werden. Durch die Zugabe des Safeners wird das Mesosulfuron+Iodosulfuron im Weizen schneller entgiftet.
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