Donnerstag, 24.05.2012
Heu und Stroh: Knappe und gefragte Güter
Brandenburg - Die Heu- und Strohvermarktung geht mit der Getreideernte Hand in Hand. Zwei brandenburgische Landwirte sprechen über ihr Geschäft mit den ausgedroschenen Halmen. Auch bei landlive sind die Heupreise ein Thema.
Video: Heu - knapp und gefragt
Die
Getreideernte hat begonnen und jetzt liegen wieder riesige runde oder eckige Strohballen auf den Stoppelfeldern. Auch Jörg Sperling aus der Nähe von Spremberg ist gerade bei der Ernte. Er bewirtschaftet rund 300 Hektar Ackerland, in Drittel davon ist Grünland. Sein Heu bietet er komplett zum Verkauf an, weil er selbst keine Tierhaltung betreibt und es somit nicht als Futter benötigt.
Andere Landwirte hingegen suchen händeringend nach Futtermitteln, da diese momentan knapp sind. Sperling bekommt Anfragen aus Österreich und den Niederlanden. "Die Preise haben sich so gut entwickelt, dass ich nicht nur im ökologischen Bereich verkaufen kann, sondern für 130 Euro pro Tonne auch im konventionellen Bereich." Auch bei Heuhändler Hans-Jürgen Scheel aus Welle bei Brandenburg boomt das Geschäft. "Ich bekomme schon Anrufe aus Süddeutschland wegen Heu und Stroh", sagt er. Er rechnet ebenfalls mit einem Preis von 130 Euro pro Tonne.
Trockenheit sorgt für geringere Erträge
Wegen der extremen Trockenheit spricht Scheel jedoch von einem "komplizierten Heujahr". Auch Jörg Sperling hat dieses Jahr rund 40 Prozent
weniger Ertrag als üblich. Trotzdem kommen in nur wenigen Tagen 120
Tonnen Heu zusammen.
Auch landlive-User bioOpi aus Bad Rodach sind mit der diesjährigen Vegetation nicht zufrieden: "Ich habe den Doppelzentner Heu für
15 Euro Netto verkauft. Darunter würde ich nichts verkaufen wollen, da
einfach der Ertrag geringer ist in diesem Jahr". WeissJohannes aus
Uetzing sieht das ähnlich: "Unter 15 Euro je Doppelzentner zuzüglich
Mehrwertsteuer läuft gar nix. Dieses Jahr bekommst das Zeug los wie die
Hölle." Ein anderer User namens bernd590 kommt aus Heber und verlangt
schon mehr für seine Ware: "Für normales Heu haben wir 18 Euro je
Doppelzentner genommen. Wir haben uns da nach den Preisen in der 'Land
& Forst' gerichtet. Demnach liegen die Preise für Abgabe an den
Endverbraucher wohl bei 18 bis 21 Euro pro 100 Kilogramm".
Idealmaße für einen Quaderballen
Eckige Ballen eignen sich besonders für den LKW-Transport. "Rundballen sind für den Verkauf nicht gefragt, weil damit der
Transportraum nicht ausgelastet wird", erklärt Jörg Sperling. Die ideale
Größe für das Verladen ist eine Länge von 2,20 Metern bis 2,40 Metern,
eine Breite von 1,20 Metern und eine Höhe von einem Meter. Dann hat
der Ballen ungefähr 450 Kilogramm Gewicht. Die Anschaffung einer eigenen Heupresse
für die Herstellung von Quaderballen lohnt sich allerdings erst, wenn
mehr als 10.000 Ballen in einer Saison anfallen.
Bedeutung des Heu- und Strohmarktes nimmt zu
War der Heu- und Strohmarkt früher nur eine kleine Marktnische, so
entwickelt er sich heute rasant.
Während das Heu als Futtermittel dient, werden die Strohballen in Betrieben mit Schweine- und Rinderhaltung als
Einstreu verwendet. Ackerbaubetriebe nutzen das geerntete Stroh auch
gern zur
Düngung. Hierfür wird das zerkleinerte Stroh breitflächig auf dem Feld
verteilt und anschließend mit dem Boden vermischt. Durch die
Strohdüngung führt der
Landwirt dem Boden organische Substanz und die
darin enthaltenen Nährstoffe zu. So verbessert sich die Struktur des
Bodens. Außerdem wird die Erosionsgefahr vermindert, was dem
Umweltschutz dient.
jz
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