Donnerstag, 24.05.2012
Exportnachfrage nach Holsteinern größer als das Angebot
Hannover - Die schon seit Wochen und Monaten anhaltende Nachfrage nach tragenden Holstein-Friesian-Rindern spitzt sich weiterhin zu.
Das Schmallenberg-Virus kann auch für Rinder gefährlich werden, derzeit ist es jedoch "nur" bei Schafen ausgebrochen.
© Christian Mühlhausen/www.landpixel.de
Neben einigen Ländern Nordafrikas, sowie Kroatien und Bulgarien haben vor allem Russland und Kasachstan Interesse an Deutschen Holstein-Friesian-Rindern bekundet. Allerdings befinden sich die niedersächsischen Milchviehbetriebe derzeit auf Expansionskurs und behalten ihre weibliche Nachzucht selbst im Stall, um ihre eigenen Herden aufzustocken.
Galten früher Betriebe mit mehr als 100 Kühen als sehr groß, streben viele Milchviehhalter heute eine Herdengröße von 200 oder sogar 250 Tieren an. Dies führt zu einer absoluten Knappheit und entsprechenden Preisstabilität für die Landwirte, die nicht alle Tiere für ihren Bestand benötigen. Sie nutzen diese positive Situation und verkaufen Rinder ab einem Trächtigkeitsstadium von gut zwei Monaten und einem Gewicht ab 460 Kilogramm.
Große Nachfrage auch nach abgekalbten und trächtigen Färsen
Ebenfalls weiter stark nachgefragt bleiben abgekalbte Färsen. Mit einer
Milchleistung ab 25 Kilogramm Milch am Tag sowie einem Kalbedatum nicht länger
als sechs Wochen zurückliegend, finden nach Aussage von Carsten Hoops,
Exportexperte von Masterrind, momentan wöchentliche Ankäufe mit
nationalen Kunden, aber auch Käufern aus Italien, Spanien,
Großbritannien und Polen statt.
Aufgrund der geringen Futterflächen in
Ländern wie Italien werden die Tiere dort meist nur für eine Laktation
aufgestallt oder kalben einige Male von Fleischrindern. Für die
Landwirte dort ist es günstiger, tragende Färsen in Deutschland zu
kaufen, als sie selbst zu züchten. Zudem liegt der
Milchpreis in Italien
sechs bis sieben Cent höher als in Deutschland. Im Gegenzug profitieren
die niedersächsischen Landwirte von stabilen Preisen, mit der ihre
Aufzucht der weiblichen Kälber entlohnt wird. 2010 wurden insgesamt
99.368 Zuchtrinder in rund 40 Staaten exportiert. Davon handelte es sich
bei rund 80.000 um die in Niedersachsen verbreiteten schwarzbunten
Holstein Friesians.
pd
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