Donnerstag, 24.05.2012
EFSA: Keine Bedenken gegen MON810-Pollen in Honig
Parma - Pollen der gentechnisch veränderten Maislinie MON810 darf hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt nicht anders bewertet werden als die aus der Pflanze gewonnenen Maiskörner.
Pollen von MON810-Pflanzen ist als "so sicher wie konventioneller Mais" zu bewerten, so die Kontrollbehörde EFSA.
© agrarpress
Zu diesem Schluss kommt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Reaktion auf eine Anfrage der Europäischen Kommission. Wie die Behörde mit Sitz in Parma verlauten ließ, wurde dabei die Sicherheit von MON810-Pollen sowohl als Bestandteil von Lebensmitteln als auch bei unmittelbarem Verzehr in Betracht gezogen.
Hintergrund der Stellungnahme ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom September, wonach Honig, der MON810-Pollen enthält, nicht verkehrsfähig ist, weil dieser Teil der Pflanze in der EU bislang nicht ausdrücklich zum Verzehr zugelassen wurde.
Monsanto-Gutachten: EFSA bemängelt Methodik
Die Europäische Kommission dürfte den EFSA-Befund jetzt zum Anlass
nehmen, den Einbezug von Pollen in die allgemeine Zulassung für MON810
als Futter- und Lebensmittel vorzuschlagen. Beseitigt wäre damit die
Rechtsunsicherheit für Honig, der innerhalb der EU hergestellt wird -
allerdings nicht für Honig aus Drittländern, der eventuell Bestandteile
anderer, in Europa nicht zugelassener transgener Pflanzen enthält.
Ferner legte EFSA eine Bewertung des Berichts von Monsanto über den
MON810-Anbau in der EU für das Jahr 2009 vor. Die Experten können nicht
erkennen, dass es durch den GV-Mais auf den Feldern negative Effekte auf
Menschen, Tiere oder die Umwelt gegeben hätte. Allerdings bemängeln sie
Unstimmigkeiten in der Überwachungsmethodik. Dem US-Konzern wird
aufgetragen, sich künftig enger an den einschlägigen EFSA-Leitlinien zu
orientieren. Dieses Gutachten wird bei der anstehenden Neuzulassung von
MON810 zum Anbau in der EU berücksichtigt.
AgE
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