Donnerstag, 24.05.2012
Honig: Keine Rückstände von Streptomycin
Stuttgart - Die Ergebnisse des Honigmonitorings in Baden-Württemberg stehen fest. Von 184 Proben wiesen 96 Streptomycin-Gehalte über dem Rückstandshöchstwert auf.
Wie das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mitteilte, liegen die Ergebnisse des diesjährigen Honigmonitorings vor.
Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg untersuchte 184 Honigproben. Für die Bewertung der Proben ist die gesetzlich festgelegte Rückstandsmenge für Streptomycin von 0,01 Milligramm pro Kilogramm Honig maßgebend.
8.900 Kilo Honig belastet
Danach sind 88 Proben nicht zu beanstanden, weil die
Streptomycinwerte unterhalb der Bestimmungsgrenze liegen (45 Proben)
beziehungsweise die Rückstandshöchstmenge von 0,01 Milligramm pro
Kilogramm Honig nicht überschritten (43 Proben) ist.
Allerdings
wiesen 96 Proben Gehalte an Streptomycin über dem Rückstandhöchstwert
auf. Der höchste gefundene Wert betrug 0,063 Milligramm pro Kilogramm
Honig. Die 96 Proben stehen für eine Honigmenge von circa 8.900
Kilogramm, einer ähnlich hohen Menge wie im Jahr 2008.
Im
vergangenen Jahr waren lediglich 413 Kilogramm Honig betroffen, und im
Jahr davor betrug die betroffene Honigmenge 1.135 Kilogramm.
Trachtwetter und Anwendungstermin fielen zusammen
Wie bereits
in den Vorjahren kauft der Landesverband für Erwerbsobstbau nicht
verkehrsfähigen Honig auf. Dadurch wird verhindert, dass belasteter
Honig in den Handel gelangt.
Die diesjährigen Ergebnisse befinden sich auf einem ähnlich hohen Niveau
wie in der Schweiz, wo in diesem Jahr wegen Streptomycinrückständen
eine Menge von knapp 9.000 Kilogramm Honig nicht verkehrsfähig ist und
aufgekauft wird.
Als Ursache für die diesjährige hohe Anzahl von
Höchstmengenüberschreitungen dürfte für den Bodenseeraum unter anderem
das Zusammenfallen von gutem Trachtwetter für die Bienen und dem
erforderlichen Anwendungstermin zur Feuerbrandbekämpfung mit
Streptomycin in Frage kommen.
Untersuchung läuft seit zehn Jahren
Seit zehn Jahren wird Honig im Zusammenhang mit der Anwendung des
Pflanzenschutzmittels Streptomycin untersucht. Das Mittel wird im
Kernobstbau (Apfel, Birne, Quitte) gegen die gefährliche
Feuerbrandkrankheit eingesetzt, die im Land flächendeckend verbreitet
ist und in den vergangenen Jahren große Schäden verursacht hat. Die
Vorgaben für das Monitoring wurden bereits im Frühjahr zwischen den
Imkerverbänden, den Erwerbsobstanbauern und dem Ministerium für
Ländlichen Raum und Verbraucherschutz abgestimmt.
pd
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.