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"Die Wiederzulassung der vier Raps-Beizmittel verschärft die Gefahrenlage für unsere Bienen und auch alle anderen Insekten am Oberrhein", kommentiert Manfred Hederer, Präsident des DBIB. "Der Abrieb der Pestizide beim Ausbringen ist ein kurzfristiges Ereignis. Ein bischen Haftmittel mehr in der Beize ändert nichts an der grundsätzlichen Gefahr. Insbesondere der Wirkstoff Clothianidin, der die aktuelle Katastrophe bei der Mais-Aussaat verursacht hat, hält sich in großer Menge im Acker. Mit jeder weiteren Ausssaat kann zusätzliches Clothianidin in den Boden kommen, wobei das alte noch längst nicht abgebaut ist, es steigt die Konzentration im Boden und anschließend auch die in den Pflanzen stetig an".
Wie der DBIB mitteilt, erwies sich der Wirkstoff Clothiadinin nach Untersuchungen des Herstellers BayerCropScience als ausdauernd im Boden. In kalifornischen Böden z. B. seien nach 982 Tagen (knapp drei Jahre) 71,6 Prozent des ursprünglich ausgebrachten Stoffes noch im Boden vorhanden gewesen. In Kanada seien nach 775 Tagen noch 80 Prozent des ausgebrachten Insektengifts im Boden festgestellt worden. "Jede Feldfrucht kann mittlerweile mit Clothianidin gebeizt werden. Das Gift sammelt sich im Boden an. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auf den kontaminierten Böden am Oberrhein kein Insekt mehr fliegt, denn jegliche Pflanze - egal ob Raps, Mais oder Löwenzahn - die auf diesem Boden wächst, würde für Insekten giftig werden", betont Hederer.
Der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund (DBIB) fordert eine Überprüfung der Zulassung der Neonicotinoide hinsichtlich Bienenvolkgefährlichkeit und Überwinterungsfähigkeit unter natürlichen und realen Bedingungen. Des Weiteren fordert der DBIB alternative Methoden für die Maiswurzelbohrer-Bekämpfung ohne chemische Mittel. Die aktuellen Vorfälle am Oberrhein und im Raum Passau hätten gezeigt, wie schnell aus der zurzeit eingeschlagenen Chemiestrategie katastrophale Folgen für das Ökosystem und die Natur entstehen können. (pd)

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