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Wie Roland Wyss-Aerni im Landwirtschaftlichen Informationsdienst schreibt, wir die Impfung hohe Kosten und viel Arbeit mit sich bringen. Er geht davon aus, dass die Blauzungenkrankheit die Schweiz im kommenden Sommer heimsuchen wird. Im Wallis wurde Ende Januar bereits der erste Fall entdeckt. Das Tier hatte sich bereits im letzten Jahr angesteckt. Sobald die Mücken wieder fliegen, die den Virus übertragen, wird sich die Krankheit weiter ausbreiten. Im letzten Jahr traten die ersten Blauzungen-Fälle in den Kantonen Basel und Solothurn auf. Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) hatte Schutz- und Überwachungszonen definiert, die den Tierverkehr regelten. Doch für dieses Jahr ist klar: Es soll geimpft werden.
"Die Massnahmen, mit denen in der EU und der Schweiz die Ausbreitung der Krankheit verhindert werden sollte, sind weitgehend wirkungslos", sagt BVET-Sprecher Marcel Falk. Insektizide nützten nichts, die Kontrolle des Tierverkehrs war deshalb auch wenig hilfreich. "Man kann die Mücken nicht am Fliegen hindern", sagt Falk. Die Impfung der Tiere in den betroffenen Gebieten sei deshalb die einzige wirksame Massnahme. Zu diesem Schluss sei man auch in der EU gekommen, ein Run auf die Impfstoffe ist absehbar.
Die Impfstoffe gegen den neuen Blauzungentypus, der seit 2006 in Mitteleuropa auftritt, wurden gerade erst neu entwickelt. Drei Impfstoff-Produzenten, Merial, Intervet und Fort Dodge, sind derzeit am Produzieren und geben an, im Frühsommer mit den Lieferungen beginnen zu können. Gefragt sind europaweit rund 200 Millionen Impfdosen. John Hanley von Fort Dodge erklärte gegenüber der englischen Fachzeitschrift "Farming Life", wahrscheinlich werde das Angebot an Impfstoffen in diesem Jahr die Nachfrage nicht decken können. Ein Grund dafür ist, dass eine Produktionsstätte von Merial in England immer noch blockiert ist, weil in der näheren Umgebung im letzten Jahr ein Ausbruch von Maul- und Klauenseuche verzeichnet wurde.
Von den EU-Staaten hat bisher erst England Impfstoff bestellt, Frankreich und Deutschland werden aber bald folgen. "Tatsächlich ist unklar, bis wann wir den Impfstoff haben werden", sagt BVET-Sprecher Falk. Man habe Offerten für vier Millionen Impfdosen eingeholt. Je nachdem, wann der Impfstoff geliefert werde und ob die ganze Lieferung auf einmal komme oder gestaffelt, gebe es verschiedene Impfszenarien. Prioritär soll dort mit Impfen begonnen werden, wo der Krankheitsdruck am grössten ist und wo die meisten Mücken fliegen. Über eine Million Schweizer Kühe, Rinder, Schafe und Ziegen sollen in diesem Sommer gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden. (lid)

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