18.10.2007
Aktion
Milchbauern treiben Kühe in die Städte
Berlin - Milcherzeuger aus allen Bundesländern sind gestern nach Berlin gereist und haben vor dem Reichstag 16 Milchkühe namens Faironika aufgetrieben.
Die Aktion in Berlin war Teil eines europäischen Aktionstages bei dem zeitgleich in weiteren 12 europäischen Ländern ein einheitliches Kommunikationskonzept vorgestellt wird: In Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande und Österreich, Irland, Wales, Schottland, Schweden und der Schweiz. Im Zentrum des Kommunikationskonzepts steht Faironika, eine Plastikkuh als europaweites Symbol für Fairness bei der Milcherzeugung. Sie sieht in jedem Land anders aus: Sie trägt die jeweiligen Farben der Landesflagge, in Berlin also Schwarz-Rot-Gold.
In Deutschland transportieren die Mitglieder des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) mit den lebensgroßen Plastiken ihr Anliegen in die Städte. Faironika steht für einen fairen Milchpreis, der den Milchbauern die Kosten für die Erzeugung eines Liters Milch einschließlich der täglichen Arbeit auf den Höfen bezahlen soll. Diesen Milchpreis fordern die Milchviehhalter von den Molkereien und dem Handel.
Mit der gestrigen Aktion wenden sich die Landwirte nun direkt an die Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch an Molkereien und Handel. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen in den letzten Wochen für Milch und Milchprodukte steigende Preise. Die große Bereitschaft dazu hat uns sehr gefreut und auch bestätigt. Bauern und Verbraucher stehen nicht gegeneinander, wenn klar und nachvollziehbar ist, wie viel von dem Ladenpreis schließlich wo landet. Die Bereitschaft, mehr zu zahlen, hängt davon ab, dass der Mehrerlös auch da ankommt, wo die Milch erzeugt wird. Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben den Wert der Milch und der Kühe sehr wohl erkannt“, so Romuald Schaber, Vorsitzender des BDM in Berlin. (pd)
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