23.01.2008
Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM)
Maßnahmen gegen Absinken des Milchpreises
Berlin - Der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber befürchtet mit der nächsten Preisverhandlungsrunde zwischen Handel und Molkereien einen erhöhten Druck auf die Milchpreise. Er rät deshalb den Mitgliedern jetzt schon Rücklagen zu bilden, um notfalls für einen Lieferstopp gewappnet zu sein.

Romuald Schaber ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (Foto: Graf)
2007 sei, so Jürgen Meenken, BDM-Landesteamleiter Sachsen-Anhalt, für viele Milcherzeuger seit langer Zeit erstmals wieder ein kostendeckendes Jahr gewesen seien. Dies bedeute aber nicht, dass sich damit der über lange Jahre durch viel zu niedrige Milchpreise entstandene Investitionsstau schon aufgelöst habe. Würden die Preise jetzt wieder gesenkt, hätte das für die Milchbauern katastrophale Folgen. Schon allein die derzeitige Kostensituation der Milcherzeuger führe dazu, dass die deutschen Milcherzeuger nicht mehr unter den jetzt erreichten Milchpreis gehen könnten, bekräftigte Vorstandsmitglied Walter Peters. Der BDM stelle daher den vom Milch Board geforderten Basismilchpreis von 43 Cent/kg Milch, der die Vollkosten der Milcherzeugung berücksichtigt, in den Mittelpunkt seiner Planungen. Peters sieht diesen Zielwert in Gefahr, weil Politik, Handel und auch die Molkereien bereits seit einigen Wochen Druck auf den Milchpreis ausüben würden. Gerade mit den Molkereien aber suche man die Zusammenarbeit, um zum gemeinsamen Nutzen die Milchpreise auf einem für die Erzeuger zufrieden stellenden Niveau zu halten.
Romuald Schaber wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass der BDM auch 2008 weiterhin für einen fairen Milchpreis kämpfen werde. Der BDM stehe für Umweltschutz, artgerechte Tierhaltung, Transparenz und Nachhaltigkeit der Produktion, diese Werte seien aber nur mit einem kostendeckenden Milchpreis umsetzbar. Mit dem Konzept „Die faire Milch“, symbolisiert durch die Kuh „Faironika“, suche man hier die Allianz mit den Verbrauchern. Schaber warnte angesichts der sich abzeichnenden Milchpreissenkung davor, dass sich die Situation schon im Mai zuspitzen könne, wenn die Preisverhandlungen über Trinkmilch zwischen Handel und Molkereien zu Ende gingen. Der BDM empfehle derzeit seinen Mitgliedern schon jetzt Rücklagen zu bilden, um auf einen möglichen Lieferstopp vorbereitet zu sein. Ein weiterer wichtiger Schritt des BDM und des European Milk Board EMB wird das Symposium am 13. Februar in Brüssel sein, da in Brüssel in Kürze für die Milcherzeuger sehr wesentliche Entscheidungen anstehen, die deutliche Auswirkungen auf den Milchpreis haben werden. (pd)
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