27.05.2008
Bauernproteste
Auch in Sachsen Proteste gegen niedrige Milchpreise
Berlin - Gestern demonstrierten auch im sächsischen Leppersdorf Milchbauern gegen die Preissenkung von Milch und Molkereiprodukten durch den Lebensmitteleinzelhandel und auch einzelne Molkereien.

(Foto: Mühlhausen/landpixel.de)
Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte, demonstrierten gestern vor der Sachsen-Milch AG im sächsischen Leppersdorf, eine Molkerei der Unternehmensgruppe Müller, rund 1.000 Milchbauern aus allen ostdeutschen Bundesländern und Bayern gegen die von der Molkerei abgeschlossenen Verträge für H-Milch.
Die Milchbauern warfen dem Lebensmitteleinzelhandel wie der Molkerei Müller in der vom Sächsischen Bauernverband organisierten Demonstration vor, auf diese Weise eine Wertevernichtung von mehr als 700 Millionen Euro für die deutschen Milcherzeuger verursacht zu haben. "Wir demonstrieren heute stellvertretend für 100.000 deutsche Milcherzeuger für faire, gerechte Milchpreise und gegen die ruinöse Preispolitik der Molkereien und des Lebensmitteleinzelhandels", erklärte Wolfgang Vogel, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, gestern vor den Demonstranten. Wenn Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel Milchgeld der Bauern verzocken, sei dies "Preisdumping in Reinkultur". Vogel unterstrich das "Nein" der deutschen Landwirtschaft zum Milchpreisverfall und "Nein" zum Preisdruck des Lebensmitteleinzelhandels bei Milch, Butter und Joghurt, da dies ansonsten ein Ausverkauf der deutschen Milchbauern bedeute. Am 6. Mai hatte die Sachsenmilch AG den Grundpreis für Milchanlieferung im April 2008 auf 33 Cent je Kilogramm gesenkt. Aufgrund der Signalwirkung dieser überzogenen Preisabsenkung für andere Molkereien sei dies nach Ansicht der Milchbauern ein "Dolchstoß in den Rücken aller deutschen Milcherzeuger", erklärte der DBV. (pd)
Lesen Sie hierzu auch
Artikel
Artikel drucken
Artikel versenden
Artikel kommentieren
Leserbrief schreiben