14.08.2008
Bienensterben
Bioland und Imkerbund fordern angemessene Entschädigung
Mainz - In einer Pressemitteilung kritisieren Bioland und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) die Firma Bayer Crop Science und die baden-württembergische Landesregierung. Stein des Anstoßes ist die Entschädigungspolitik.

(Foto: Agrarfoto)
Im Frühjahr dieses Jahres sei es nach Merinung der Imker in Baden-Württemberg durch das Mais-Beizmittel Poncho mit dem Wirkstoff Clothianidin zur bisher größten dokumentierten Bienenvergiftung Deutschlands gekommen. Weit über 11.000 Bienenvölker seien betroffen gewesen. Die Firma Bayer Crop Science habe bisher insgesamt zwei Millionen Euro als Pauschal-Entschädigung in Aussicht gestellt und das Land Baden-Württemberg soll diese Mittel verteilen. Die baden-württembergische Landesregierung scheint es als ihre Aufgabe zu erachten, Bayer Crop Science vor den Schadenersatzansprüchen der Imker zu schützen, so die harsche Kritik. "Anstatt darauf zu dringen, dass der real entstandene Schaden beglichen wird, rechnet sie den Schaden klein und stülpt den Berufs- und Erwerbsimkern ein an der Hobby-Imkerei orientiertes, pauschaliertes Entschädigungsmodell über", heißt es in einerv Pressemitteilung. Danach sollen alle Imker im Schnitt mit zirka 150 Euro pro Bienenvolk entschädigt werden. In ähnlich gelagerten Vergiftungsfällen der Vergangenheit seien den Imkern von den Versicherungen über 500 Euro pro Bienenvolk zugesprochen, um den entstandenen Schaden an den Bienen und die entgangene Honigernte auszugleichen. Gemessen daran, verteile Landwirtschaftsminister Peter Hauk nur Almosen.
Sowohl Bioland als auch der DBIB fordern von Minister Hauk, den real entstandenen Schaden zu ersetzen. In der Regel könnten die Imker ihre Ertragsverluste durch die Bienenvergiftung mittels Aufzeichnungen aus den Vorjahren plausibel belegen. Die Landesregierung habe den Imkern eine viel zu enge Frist bis zum 15. August gesetzt, die niedrige Pauschalentschädigung anzunehmen und damit auf weitere Forderungen zu verzichten. Diese kurze Fristsetzung habe keine sachliche Begründung und falle zudem in eine Zeit mit hohen Arbeitsspitzen in der Berufs- und Erwerbsimkerei. "Hier soll Druck aufgebaut werden, damit die Imker die niedrige Entschädigung annehmen", lautet die Kritik. Bioland und DBIB fordern von Minister Hauk, den Imkern mindestens bis zum 30. September Zeit zu geben, um auch andere Optionen, einschließlich des Rechtsweges, zu prüfen. (pd)
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