Sonntag, 05.02.2012
Europas Landwirte wollen kräftig investieren
Europas Landwirte wollen wieder in stärkerem Umfang investieren. Dies zeigen die Ergebnisse des Trendmonitors Europa, den die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) zusammen mit dem Agrarmarkt-Forschungsinstitut, der Kleffmann Group (Lüdinghausen/Westfalen), aktuell durchgeführt hat. „Die Stimmung bei den Landwirten ist von Optimismus geprägt", beschrieb Dr. Achim Schaffner, Fachgebietsleiter Ökonomie bei der DLG, die gegenwärtige Lage bei der Vorstellung der Ergebnisse bei den DLG-Aussteller-Workshops am 7. April 2011 in Osnabrück. Sowohl bei der Einschätzung der derzeitigen Lage als auch bei den Erwartungen an die Geschäftsentwicklung stellt der Trendmonitor einen weiteren Aufwärtstrend gegenüber der Herbstbefragung 2010 fest. Die Erwartungen der Landwirte an die Geschäftsentwicklung erzielen den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2008. Dabei erreicht Deutschland wieder den damaligen Spitzenwert und Großbritannien erzielte den höchsten Wert seit dem Befragungsstart im Herbst 2003. Insgesamt wurden 3.000 Landwirte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, Tschechien und Ungarn befragt.
Weltweit steigende Konsumnachfrage
Die positiven Geschäftsaussichten der Landwirtschaft führt Dr. Schaffner auf eine weltweit steigende Konsumnachfrage zurück. Aufgrund der sich derzeit dynamisch entwickelnden Weltwirtschaft und einem durch Knappheit geprägten Getreide- und Ölsaatenmarkt erwarten die Landwirte ein festes Preisgefüge. Dies beflügelt, so der DLG-Ökonom, auch die Investitionspläne der europäischen Landwirte. So legt die Investitionsneigung in Deutschland um sechs Prozent gegenüber dem Herbst 2010 auf jetzt 55 Prozent in der aktuellen Befragung zu. Auch für die Landwirte in Frankreich kann eine achtprozentige Zunahme gegenüber der letzten Befragung verzeichnet werden. Eine deutlich stärkere Investitionsneigung zeigen auch die Landwirte in Mittel- und Osteuropa: 57 Prozent der polnischen Landwirte planen Investitionen, was einer neunprozentigen Steigerung gegenüber dem Herbst 2010 entspricht. Zudem wollen in den kommenden zwölf Monaten 68 Prozent der tschechischen Betriebsleiter (45 Prozent im Herbst 2010) und 54 Prozent der ungarischen Landwirte (34 Prozent im Herbst 2010) investieren. In Großbritannien sind um drei Prozent geringere Investitionsabsichten gegenüber der letzten Befragung festzustellen, was unter anderem auch auf Kursbewegungen (Euro/Pfund) zurückzuführen ist. Die europäischen Landwirte nutzen die günstigen Rahmenbedingungen auf den Märkten und die derzeit noch günstige Zinslage für die Modernisierung und Effizienzsteigerung in der Produktion.
Investitionsbereiche deutlich verschoben
Teils deutlichere Verschiebungen zeigen sich bei den Investitionsbereichen: Betriebsleiter in Deutschland planen um drei Prozent höhere Investitionen in die Tierhaltung, während Investitionspläne für den Bereich Bioenergie um zwei Prozent eingeschränkt werden. Starke Zuwächse bei Investitionen in die Außenwirtschaft planen die Betriebsleiter in Ungarn (+15 Prozent), Tschechien (+15 Prozent), Großbritannien (+9 Prozent) und Frankreich (+6 Prozent). Der Investitionsschwerpunkt der polnischen Landwirte liegt mit rund 81 Prozent deutlich in der Außenwirtschaft. Die Dynamik auf dem Getreide- und Ölsaatenmarkt veranlasst die Betriebsleiter in den mittel- und osteuropäischen Ländern, das günstige Investitionsumfeld für die Modernisierung der Produktion zu nutzen.
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