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[ » LAND & Forst » Content » Pflanzenbau » Sonderthemen » IPZ ]
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Sonderthemen | 01.07.2011

Wissen in die Praxis transportieren

Mit der Durchführung der Pflanzenbautagung 2011 in der vergangenen Woche in Bernburg-Strenzfeld ist die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft endgültig an ihrem neuen Standort angekommen. Bereits im Herbst 2010 hatte die DLG für eine Investitionssumme von etwa 11 Mio. Euro das ehemalige Lehr- und Versuchsgut des Landes Sachsen-Anhalt mit rund 500 ha Land gekauft und dort das Internationale DLG-Pflanzenbauzentrum (IPZ) gegründet.

 
Dr. Lothar Hövelmann
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Dr. Lothar Hövelmann
Nach längeren Beratungen hatte man sich damals gegen einen niedersächsischen und für den sachsen- anhaltinischen Standort entschieden. Das IPZ soll nach Angaben von Dr. Lothar Hövelmann, Geschäftsführer Landwirtschaft bei der DLG, der Förderung der anwendungsorientierten Pflanzenbauforschung und ihrem Transfer in die Praxis sowie als Baustein für eine wettbewerbsfähige, zukunftsorientierte und nachhaltige Landwirtschaft dienen. An diesem Standort, an dem auch die Hochschule Anhalt und die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (dies entspricht in Niedersachsen der Landwirtschaftskammer) angesiedelt sind und mit denen die DLG eng zusammenarbeiten wird, werden in den Jahren 2012 und 2014 – erstmals nicht rotierend – auch die DLG-Feldtage stattfinden.
 
Eingeschlossen in den Kauf sind auch die Versuchsflächen der Hochschule und der Landesanstalt, die aber langfristig von den Organisationen weiter genutzt werden können (30 Jahre Nießbrauch plus 12 Jahre Pacht). Das Gelände dient zukünftig laut Hövelmann als Standort für fünf Schwerpunktaktivitäten:
 
  • Pflanzenbauliches und verfahrenstechnisches Versuchswesen: Die Fragestellungen umfassen die gesamte Bandbreite des Pflanzenbaus wie klassische Fragen der Fruchtfolge, Energiepflanzenanbau, Nährstoffmanagement, Klimawirkungen der Landwirtschaft, Anpassungsstrategien an den Klimawandel, Fragen des ökologischen Landbaus ebenso wie Aspekte moderner züchterischer Technologien. Im Zentrum stehen die praktische Prüfung wissenschaftlicher Erkenntnisse und ihre Umsetzung in die Praxis. Alle Versuche werden immer mit mindestens einem Partner (Forschung, Beratung, Industrie) durchgeführt. Da sich die Versuchsergebnisse nicht immer auf andere Standorte übertragen lassen, werden die gleichen Fragestellungen parallel auch z. B. in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen geprüft.
  • Freilandveranstaltungen und Demonstrationsvorhaben: Die DLG-Feldtage 2012 (19. bis 21. Juni) sowie 2014 werden am IPZ stattfinden. Weitere Formate für Freilandveranstaltungen werden entwickelt.
  • Landtechnikprüfungen und Tests im Freiland: Auf standardisiert vorbereiteten Flächen des IPZ kann die Aussagekraft von Freilandtests – verfahrenstechnische Vergleiche z.B. hinsichtlich Bodenbearbeitung, Saattechnik oder Mähdruschtests – erheblich gesteigert werden. Diese Tests sollen die Daten des DLG-Testzentrums für Technik und Betriebsmittel in Groß Umstadt ergänzen.
  • Fortbildungsaktivitäten: Das IPZ wird für die DLG-Akademie ein wichtiger Zukunftsstandort werden.
  • Kommunikation der Aspekte einer modernen, nachhaltigen Landwirtschaft in die nicht landwirtschaftliche Öffentlichkeit: Über die Plattform des IPZ werden verschiedene Kommunikationsprojekte entwickelt. Mit dem IPZ richtet die DLG nach bewährter Art eine Plattform ein, auf der Experten von der Wissenschaft über die Wirtschaft bis in die landwirtschaftliche Praxis ihr Wissen und ihre Fragen zusammentragen und zum gemeinsamen Nutzen Lösungen entwickeln sollen, betonte Hövelmann.
  • Die Aktivitäten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit Partnern: Der Geschäftsführer nannte hier z. B. die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG), die Hochschule Anhalt, die Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg und das Julius- Kühn-Institut in Quedlinburg (JKI).
Pünktlich zum Beginn der Vegetation hatte das IPZ 2011 seine Arbeit aufgenommen und nach der Beseitigung von Rüstungsaltlasten Demonstrationsversuche auf dem Feld angelegt. Auf insgesamt 50 ha geht es z.B. darum, wie ertragreich sich Kartoffeln am trockenen Standort (500 mm Regen) ohne Beregnung anbauen lassen. Ein weiterer Versuch beschäftigt sich mit dem Anbau von Durum (Hartweizen). In der DLG arbeiten derzeit 18 Gremien zu Themen wie Pflanzenproduktion, Landtechnik, Nachhaltigkeit und Betriebswirtschaft. Einige der Gremien nutzen das IPZ bereits jetzt als Standort für Sitzungen, Workshops und als Ausgangspunkt für Fachexkursionen.
 
Lesen Sie hierzu auch
  • Ackerbau Amazone auf den DLG-Feldtagen 2012
  • Traktoren DLG-Feldtage 2012: Maschinenvorführungen
  • Video Vegetationsreport 2012: Rostbefall im Roggen bekämpfen
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Keywords DLG | Hövelmann | IPZ | Internationales Pflanzenbauzentrum | Pflanzenbau
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