Wer in diesen Tagen durch die Lande fährt, sieht es an vielen Wegrändern, Böschungen und Weiden gelb blühen. Meistens handelt es sich dabei um das giftige Jakobskreuzkraut. Die Pflanze bevorzugt sandige und karge Böden, sonnige und trockene Standorte. Die Verbreitung dieser Pflanze hat in den letzten Jahren, besonders auf extensiv gepflegten Flächen, stark zugenommen. Stilllegungsflächen sind besonders betroffen.
Inzwischen schauen besonders die Pferdehalter mit Sorgen auf diese Pflanze. Das Gift (Chinolizidin-Alkaloid) greift vor allem die Leber an. Pferde reagieren sehr empfindlich, aber auch Rinder und andere Nutztiere sind gefährdet. Normalerweise ignorieren die Pferde diese Pflanze, wenn ausreichend anderes Futter auf den Weiden vorhanden ist. Problematisch sind die Pflanzen, wenn sie über das Heu oder die Silage den Tieren vorgelegt werden, da das Gift nach Trocknung der Pflanzen nicht abgebaut wird.
Das Jakobskreuzkraut erobert lückige Bestände und breitet sich schnell aus. Vorsicht ist insbesondere beim Jugendstadium der Pflanzen geboten. Die Rosetten enthalten noch keine Bitterstoffe, die die Tiere vom Fressen abhalten würden, allerdings bereits die Giftstoffe. Die Pflanze wird ca. 50 bis 100 cm hoch und zeigt gelbe Blüten. Die Blütezeit ist zwischen Juni und Oktober. Eine Pflanze kann bis zu 150.00 Samen bilden, die mit dem Wind weiter getragen werden.
Ausgestochene oder gemähte Pflanzen dürfen nicht auf den Flächen verbleiben. Eine Verwertung ist nicht möglich. Das auf Stilllegungsflächen zugelassene Pflanzenschutzmittel Garlon 4 (zugelassen gegen Große Brennnessel, Bärenklau und Laubholz) zeigt eine gute Nebenwirkung gegen das Jakobskreuzkraut. Die max. Aufwandmenge beträgt 3,0 l/ha, mit 2,0 l/ha wird das Kraut erfasst. Eine Grünlandzulassung hat Simplex 2,0 l/ha oder die Mischung aus Banvel M 3,0 l/ha und Garlon 4 0,5 l/ha.
Ein gutes Weidemanagement kann die Ausbreitung verhindern. Entsprechende Düngung, der Nutzung angepasste Grasmischungen und gelegentliche Nachsaaten sorgen für dichte Bestände, in denen das Jakobskreuzkraut wenig Chance zur Ausbreitung hat. Auch das Nachmähen bzw. Ausmähen von Geilstellen fördern die qualitätvolle Narbe.