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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Landtechnik » Spezielles » John Deere ]
Donnerstag, 23.02.2012
Spezielles | 23.12.2011 Redaktion Agrartechnik

John Deere: Fit für die Zukunft

In den letzten Wochen und Monaten wird bei Herstellern und Händlern über nichts häufiger diskutiert, als über die von der John Deere Führungsspitze ausgegebene Parole 50 Milliarden und 25 Millionen.
John Deere: Fit für die Zukunft
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John Deere: Fit für die Zukunft
So hatte der Chairman und CEO, Samuel R. Allen im Herbst 2010 eine geplante weltweite Umsatzsteigerung des Konzerns bis zum Jahr 2018 auf 50 Milliarden Dollar verkündet – was fast einer Verdoppelung innerhalb von acht Jahren gleichkommt, wenn man sich die in 2010 erzielten 26 Milliarden Dollar vor Augen führt! Und die operative Marge soll schon bis 2014 auf zwölf Prozent klettern. Gleichzeitig wurde die Forderung erhoben, dass die JohnDeere Vertriebspartner der Zukunft zumindest in Deutschland einen Mindestumsatz von 25 Millionen Euro erreichen müssten. Dass diese pauschale Aussage selbst in den eigenen Reihen für so viel Aufruhr sorgen würde, erstaunt die beiden Interviewpartner der Agrartechnik doch etwas: Christoph Wigger ist seit 2009 Vice President Sales & Marketing für Europa, CIS, Nord Afrika und Mittlerer Osten der Landtechnik und Turf Division. Helmut Korthöber leitet das deutsche John Deere Verkaufshaus in Bruchsal.
 
Agrartechnik: Die geplante weltweite Umsatzsteigerung von JohnDeere bis zum Jahr 2018 auf 50 Milliarden Dollar und damit eine annähernde Verdoppelung halten viele Brancheninsider schon für sehr ambitioniert und mit Blick auf das derzeitige weltweite Umsatzvolumen der Landtechnik für unrealistisch!
 
Christoph Wigger: Warum soll uns nicht gelingen, was wir von 2002 auf 2008 schon einmal geschafft haben, und zwar weit weniger global aufgestellt? Wobei wir im Rahmen unserer Wachstumsstrategie das Hauptaugenmerk nicht allein auf die Landtechnik richten - in der Bau- und Forstmaschinensparte steckt noch erhebliches Potenzial. Die anderen Segmente, also Grundstückspflege, Ersatzteile, Motoren, Intelligente Lösungen und Finanzdienstleistungen spielen ebenfalls eine strategisch sehr bedeutsame Rolle bei der Unterstützung oder Ergänzung der Wachstumsbereiche. Da wir uns auf eng miteinander verknüpfte Bereiche konzentrieren können, ist JohnDeere besser in der Lage, die eigenen Stärken auszubauen, die Investitionen zu optimieren sowie die Führungskräfte und Mitarbeiter gezielt und effizient einzusetzen. Deshalb wird es uns auch gelingen, unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt auszuweiten.
 
Das erfordert natürlich etwas Zeit. Und wenn wir über das derzeitige Umsatzpotenzial reden – allein in der Region 2 liegt es für die gesamte Landtechnikbranche irgendwo zwischen 32 und 35 Milliarden Dollar, in den EU 27-Ländern bei 25 Milliarden und in der GUS bei weiteren sieben bis zehn Milliarden Dollar. In Südamerika ist der oft zitierte "Gordische Knoten" durchschlagen. Dort weist die gesamte Landmaschinenindustrie zweistellige Zuwachsraten auf. In Indien wird der Gesamttraktorenmarkt in 2012 auf mehr als 500.000 Einheiten geschätzt. Die dort produzierte Baureihe 5E wird im Übrigen bereits in 65 Länder exportiert. In China haben wir schon sechs Werke, in Kürze kommt ein siebtes dazu. Und der Bedarf wird weiter steigen, schließlich ist dort erst ein Mechanisierungsgrad von 25 Prozent erreicht. JohnDeere ist im Übrigen auch in der Vergangenheit schonnöfter einmal wegen der verlautbarten Wachstumsperspektiven scheel angesehen worden – zu Unrecht, denn mittlerweile ist das meiste davon eingetroffen.
 
Helmut Korthöber: Was die Sparte Bauund Forstmaschinen betrifft, so wird sich der Konzern hinsichtlich Baumaschinen vor allem auf außereuropäische Märkte konzentrieren. Zum einen haben wir Lieferabkommen mit Herstellern, die die Vermarktung in Europa ausschließen, und zum anderen sehen wir auch in den Regionen, die verstärkt Nahrungsmittel produzieren werden, einen weitaus höheren Bedarf für Baumaschinen. Dort müssen ja auch erst noch die notwendigen Infrastrukturen geschaffen werden.
Christoph Wigger, Vice President Sales & Marketing
für Europa, CIS, Nord-Afrika und Mittlerer
Osten der Landtechnik- und Turf-Division.
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Christoph Wigger, Vice President Sales & Marketing für Europa, CIS, Nord-Afrika und Mittlerer Osten der Landtechnik- und Turf-Division.
Agrartechnik:
Das gerade taufrisch veröffentlichte Jahresergebnis lässt die Dynamik erahnen, die in dem Unternehmen steckt!
 
Christoph Wigger: Die 23-prozentige Steigerung in dem am 31. Oktober zu Ende gegangenen Wirtschaftsjahr hat John Deere einen Rekordumsatz von über 32 Milliarden Dollar beschert. Was aber mit Blick auf das Erreichen unserer strategischen Ziele noch von viel entscheidenderer Bedeutung ist, ist die 50-prozentige Steigerung des Jahresüberschusses auf 2,8 Milliarden Dollar. Und das nach Abzug von 1,2 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung beziehungsweise von über einer Milliarde Dollar für Kapitalinvestitionen. Und um die Argumentation hinsichtlich der Bau- und Forstmaschinensparte zu unterstreichen – hier konnte der Umsatz um 45 Prozent von 3,7 auf über 5,3 Milliarden Dollar gesteigert werden. Bei der Sparte Landtechnik und Maschinen für die Rasenund Grundstückspflege lag die Umsatzsteigerung mit 21 Prozent deutlich niedriger, wobei wir dort mehr als zwei Drittel generieren – nach knapp 20 Milliarden in 2010 waren es über 24 Milliarden in 2011.
Agrartechnik: Die bessere Rendite scheint in erster Linie durch eine Steigerung der innerbetrieblichen Effizienz erzielt worden zu sein, schließlich steht dem Mehrumsatz von 23 Prozent nur eine zehnprozentige Personalerhöhung zum Stichtag auf aktuell 61 278 gegenüber. Allerdings ist die realisierte Marge von 8,75 Prozent noch weit entfernt von den angestrebten zwölf Prozent!
 
Christoph Wigger: Auf unsere Gesamtumsatzsteigerung sowie das Investitionsvermögen können wir stolz sein. Bezüglich der Marge sind wir in der Industrie deutlich im oberen Drittel anzusiedeln. Auch hier muss ich nochmals anmerken, dass es etwas dauert, bis Veränderungen richtig greifen. Der in den letzten Jahren erfolgte Umbau des Gesamtkonzerns zeigt schon mehr als deutlich, wohin die Reise geht. Die Margensteigerung wird jedenfalls nicht zu Lasten unserer Kunden erkauft. Dies würde ja die Konkurrenz auch gar nicht zulassen, die Preise für unsere Produkte müssen ohne wenn und aber jederzeit wettbewerbsfähig sein. Dass unser Ziel, in allen Sparten Marktführer zu werden, nur mit der besten Technologie erreicht werden kann, ist im Konzern unstrittig. Die Weichen dafür sind schon seit längerem gestellt.
 
Helmut Korthöber: Diese Aussage kann man mit zwei Argumenten untermauern: Auch wenn andere Hersteller gerne für sich die Innovationsführerschaft in Anspruch nehmen, es gibt keinen anderen Hersteller, der in den letzten zehn Jahren auch nur annähernd so viele Goldund Silbermedaillen auf der Agritechnica überreicht bekommen hat. Zu den fünf Gold- und 21 Silbermedaillen seit 2001 sind in diesem Jahr weitere fünf in Silber dazu gekommen: für den Active Seat II, für den Frontlader H, einen automatisierten Frontlader mit elektrohydraulischer Parallelführung, für Machine Sync, einer Optimierungshilfe für die Getreideabfuhr zwischen Mähdreschern und Traktoren auf einem oder mehreren Schlägen sowie für HarvestLab, einer Inhaltsstoffmessung für Erntegüter bei Feldhäckslern.
 
Gemeinsam mit Grimme haben wir auch noch eine erhalten für Potato Suite – dahinter verbirgt sich eine umfangreiche Steuerung des Traktors durch den Roder für eine bessere Kartoffelqualität. Und wenn man sich vor Augen führt, wie viel Geld unser Konzern jedes Jahr für Forschung und Entwicklung ausgibt, dann dürfte der Abstand eher noch größer denn kleiner werden. Unsere Wettbewerber reden von Millionenetats, JohnDeere hat nach einer 17-prozentigen Steigerung im letzten Wirtschaftsjahr wie bereits erwähnt mehr als 1,2 Milliarden Dollar für F&E aufgewendet.
Helmut Korthöber, Geschäftsführer des deutschen
John Deere Verkaufshauses in Bruchsal:
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Helmut Korthöber, Geschäftsführer des deutschen John Deere Verkaufshauses in Bruchsal: "Es gehört nicht zu unserer Strategie, die Zahl der Standorte zu verringern."
Agrartechnik:
Kommen wir zu den Diskussionen über die Größe der Vertriebspartner der Zukunft...
 
Christoph Wigger: Warum diese jetzt so aufflackern, kann ich eigentlich nicht wirklich nachvollziehen. Wir haben 2006 in Warschau bei der vorletzten großen europäischen Produktvorstellung die Veränderungswelle in Richtung "Vertriebspartner der Zukunft" angekündigt. Wir haben unseren Vertriebspartnern schon lange signalisiert, wohin die Reise gehen muss. So klar wie wir artikuliert es kein anderer Hersteller. Die großen, komplexen Maschinen in Verbindung mit der künftig verstärkt zum Einsatz kommenden Telemetrie erfordern ein anderes Werkstattmanagement. Damit die Vertriebspartner die Anforderungen der Kunden auch morgen noch erfüllen können, benötigen sie ein gewisses Umsatzvolumen. Wobei wir uns auch im Klaren darüber sind, dass man die einzelnen Gebiete unterschiedlich betrachten muss.
 
Da, wo keine Mähdrescher oder kaum Häcksler verkauft werden wie beispielsweise im Schwarzwald oder im Bayerischen Wald, ist verständlicherweise ein anderes Volumen erforderlich. Und es wird kaum jemand bestreiten, dass JohnDeere so konsequent wie kein anderer Hersteller ausschließlich auf die Vertriebspartner setzt. Und da ein Produkt nur so gut ist, wie der Service der dahinter steckt, sind wir darauf angewiesen, dass sich die Partner entsprechend entwickeln und fit für die Zukunft machen. Die anderen Hersteller stehen vor genau der gleichen Problematik, gehen damit nur nicht so an die Öffentlichkeit. Auch sie müssen ihre Vertriebsnetze entsprechend gestalten oder selbst aktiv am Markt agieren, Stichwort Direktvertrieb. Hinter vorgehaltener Hand wird uns öfter bescheinigt, dass wir den Wettbewerbern um mindestens fünf Jahre voraus sind, was den Umbau betrifft.
 
Helmut Korthöber: Es gibt sicherlich viele Vertriebspartner, die nicht wirklich an die beschleunigte Umsetzung der Strategien und damit Strukturen geglaubt haben. Dabei verhält sich JohnDeere so transparent wie kein anderer Hersteller. In Lissabon haben wir im Juni im Grunde vor den insgesamt 6 000 Teilnehmern aus 57 Ländern nur noch einmal vertieft, was seinerzeit in Warschau bereits angekündigt worden ist. Dabei beschreibt unsere aktuelle Strategie "Vertriebspartner von Morgen" vor allem die Notwendigkeit zur zügigen Umsetzung aufgrund einer sich sehr schnell verändernden Kundenstruktur, mit der wir aber vor allem und insbesondere unsere Vertriebspartner konfrontiert sind.
Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der AGRARTECHNIK.
 
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Keywords Christoph Wigger | Helmut Korthöber | Hersteller | Händlernetzwerk | John Deere | Landtechnik | Mähdrescher | Schlepper | Traktoren
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