Donnerstag, 24.05.2012
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Nachgefragt: Kälberdurchfall – Welche Strategie hilft?
Kälberdurchfälle sind vom Rinderhalter gefürchtet. Als Faktorenkrankheiten haben sie oft mehrere Ursachen und ziehen oft weitere Infektionen nach sich. agrarheute.com hat nachgefragt.
Die Notierungen für Jungbullen der Handelsklasse R3 sanken in Deutschland um 1,3 Prozent.
© Mühlhausen/landpixel
Muttertierschutzimpfung wirkt nicht immer
Alois Kiermair, 94474 Haideröd,
Bayern
Vorbeugend wenden wir die Muttertierschutzimpfung an, doch es gibt immer mal wieder Fälle, z.B. bei einer Frühgeburt, wo die Impfung nicht richtig wirkt. Dann heißt es schnell zu handeln, denn wenn das Tier keine Nährstoffe mehr aufnehmen kann und Flüssigkeit verliert, wird es schnell schwächer, verliert seine Abwehrkräfte und ist den Krankheitskeimen ausgeliefert. Je länger der Durchfall dauert, desto stärker bleibt das Kalb in seiner Entwicklung zurück. Im Ernstfall rufe ich deshalb schnellstmöglich den Tierarzt.
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Sorgfältige Prophylaxe
Hauke Beck, Beck GbR, 25767 Jützbüttel,
Schleswig-Holstein
Wichtig ist vor allem, dass die Hygiene in der Kälberaufzucht stimmt.
Zusätzlich legen wir viel Wert auf Prophylaxe: Wir machen vorbeugend
eine Muttertierschutzimpfung gegen Rota- und Coronaviren, dann bekommen
die Kälber ab dem ersten Lebenstag vier Tage lang ein Mittel gegen
Kryptosporidien, und ebenfalls ab dem ersten Tag 10 Tage lang oral einen
bestandsspezifischen Coli-Impfstoff. Zudem geben wir die ersten fünf
Tage ein orales Antibiotikum. Das zusammen wirkt sehr gut, wenn wir das
gewissenhaft durchführen, haben wir die Kälberdurchfälle gut im Griff.
Kälberdurchfall kommt dann zwar schon noch mal vor, aber nur in sehr
abgemilderter Form.
weiterlesen...Elektrolyte zusammen mit Milch geben
Josef Bircheneder, 94575 Windorf,
Bayern
Wir setzen Diakur Plus ein, weil es das Kalb mit lebensnotwendigen
Elektrolyten und Puffersubstanzen versorgt und der vorhandene
Zitrustrester mit einer Lecithinschicht versehen ist, die die im Darm
befindlichen Durchfallerreger bindet und mit dem Kot aus dem Darm
transportiert. Außerdem kann man es zusammen mit der Milch vertränken,
so dass das Kalb weiterhin Nährstoffe erhält. Zur Vorbeuge wenden wir
die Muttertier-Schutzimpfung an. Das ist eine gute Möglichkeit zur
Vorbeuge gegen die gängigsten Durchfallerreger beim Kalb. Das Prinzip
liegt dabei in der Impfung hochtragender Kühe und Färsen mit dem Ziel,
dass diese viele Antikörper bilden, die dann mit der Biestmilch auf das
Kalb übertragen werden.
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Angelika Sontheimer, Freie Agrarjournalistin
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