Donnerstag, 24.05.2012
Käsemarkt expandiert weiter
Hannover - Käse hat in der Verbrauchergunst in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Das macht sich auch in den Verarbeitungsmengen der deutschen Molkereien bemerkbar.
Das für deutsche Milcherzeuger wichtigste Segment, der Käsemarkt, weist eine stabile Situation auf.
© Konstantin Fedorov
Knapp jeder
zweite Liter Milch wurde 2010 von den rund 160 Verarbeitungsunternehmen
zwischen Flensburg und Oberstdorf zu Hart-, Schnitt- oder Weichkäse
verarbeitet. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil bei 41 Prozent. In der
bundesweiten Verarbeitungsstatistik wandert etwa jeder dritte Liter
Milch in Produktionsstätten zur Herstellung von Konsummilch, Joghurt,
Kefir oder den anderen Produkten im sogenannten weißen Sortiment. Vom
Gesamtvolumen wurde in den vergangenen zehn Jahren anteilig weniger
Milch für Milchpulver und Magermilcherzeugnissen verwendet.
Die
Molkereien haben mit innovativen Produkten ihr Portfolio auf die
Nachfrage der Verbraucher ausgerichtet. So stieg beispielsweise
bundesweit der Käsekonsum allein von 1996 bis 2010 um gut zwei Kilogramm
auf 22,8 Kilogramm je Kopf und Jahr. Der Verzehr von Trinkmilch dagegen ist
rückläufig und liegt aktuell bei 53,6 Kilogramm. Die Molkereiwirtschaft ist mit
einem Jahresumsatz von 22 Milliarden Euro innerhalb der Ernährungsbranche der
größte und auch innovativste Bereich.
Siegeszug der Käseproduktion in Niedersachsen
Bundesweit hat die Käseproduktion in Niedersachsen einen besonderen
Stellenwert. Allein in den aktuell 30 niedersächsischen Unternehmen hat
die Käseproduktion in den vergangenen Jahrzehnten einen echten
Siegeszug angetreten. Erstmals wurden nach Mitteilung der
Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) 2010 fast
550.000 Tonnen Käse hergestellt. Zehn Jahre zuvor wurden in Niedersachsen gut
300.000 Tonnen Käse produziert, im Jahr 1950 waren es bescheidene 38.000 Tonnen.
Zwei Drittel der gesamten niedersächsischen Milcherzeugung in Höhe von
gut fünf Milliarden Kilogramm wird mittlerweile von den Käsereien verarbeitet. In die
Trinkmilcherzeugung dagegen fließen nur noch sechs Prozent der gesamten
Milcherzeugung.
Podcast: 'Milchpreise sind abhängig von der Weltmarktentwicklung'
Gemeinsam mit dem dlv-Marktanalysten Dr. Olaf Zinke werfen wir einen Blick auf drei der wichtigsten Agrarmäkrte im Jahr 2012. anhören ...
pd
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