Donnerstag, 24.05.2012
Rübenernte: Heute beginnt die Kampagne
Bonn/Uelzen/Wien - In Mecklenburg-Vorpommern und im Rheinland geht es los: Die Rübenkampagne startet. Erwartet wird eine Spitzenernte. Die Pflanzen haben vom Wetter profitiert.
Während Landwirte bei Südzucker für Quotenrüben im Schnitt 50 Euro je Tonne erhalten, zahlt Nordzucker nur 40 Euro. Doch die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.
© krick/agrar-press
Rheinland: Spitzenernte zu erwarten
Heute fällt der Startschuss für die Rübenkampagne an den drei rheinischen Zuckerfabrikstandorten. Die Zuckerfabrik Jülich startet noch heute mit der Rübenverarbeitung, am 9. und 19. folgen dann die Zuckerfabriken in Appeldorn und Euskirchen. Die Rübenkampagne beginnt in diesem Jahr außergewöhnlich früh, informiert der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV). Grund hierfür seien eine höhere Rübenmenge und die derzeit knappe Versorgungslage am europäischen Zuckermarkt.
Nach Angaben des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes (RRV) sind die Ernteaussichten überdurchschnittlich gut und liegen deutlich über dem Mittel der letzten fünf Jahre. Die aktuellen Proberodungen ließen eine Spitzenernte mit einem Ertragsniveau von rund 70 t/ha erwarten. Die Rüben hätten einen guten Start im Frühjahr gehabt, sie seien relativ früh Ende März gesät worden. Das schöne
Wetter im April und Mai habe den Rüben ein schnelles Wachstum beschert. Allerdings habe es im Mai an Regen gefehlt. Einige Rübenbestände hätten unter der Trockenheit gelitten, die meisten Rüben hätten aber im Juni wieder gut wachsen können, als das
Wetter umschlug und es regelmäßig regnete.
Trotz des frühen Starts wird die Rübenkampagne im Rheinland bis Mitte Januar dauern, so der RLV. Ein wesentlicher Grund hierfür sei die deutliche Anbauausdehnung in diesem Jahr. Gegenüber dem Vorjahr sei die Rübenanbaufläche im Rheinland um zehn Prozent auf rund 52.000 Hektar ausgedehnt worden. Dabei werde sowohl mehr Zucker zur Lebensmittelerzeugung angebaut als auch für den Industrierübenanbau, dessen Zucker vor allem in der chemischen Industrie Verwendung finde. Außerdem würden Rüben in steigendem Maße als Substrat für Biogasanlagen genutzt, was ebenfalls zur Erhöhung der Anbaufläche geführt habe.
Auch MVP rechnet mit überdurchschnittlicher Ernte
Auch in Uelzen, Mecklenburg-Vorpommern, beginnt heute die Zuckerrüben-Verarbeitungskampagne. Durch gute Aussaat- und Aufwuchsbedingungen wird in Mecklenburg mit einem überdurchschnittlichen Ertrag gerechnet. Deshalb wird sich die Verarbeitung auch wieder bis in den Januar des nächsten Jahres erstrecken, teilt Nordzucker mit.
Österreich: Hektarerträge von 60 bis 65 Tonnen
In Österreich startete die Zuckerrübenernte bereits am Montag, heißt es im Berufsverband der Produzenten, "Die Rübenbauern". Die beiden österreichischen Zuckerfabriken der Agrana werden die
diesjährige Verarbeitungskampagne heute am Standort Tulln und morgen in
Leopoldsdorf beginnen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Aufgang - nach den Winterregen verkrusteten vielerorts die Böden, sodass die jungen Pflänzchen sie nicht durchstoßen konnten - fand die süße Hackfrucht jedoch im weiteren Vegetationsverlauf hervorragende Bedingungen vor. Die ersten Rodungen brachten demnach Hektarerträge zwischen 60 und 65 Tonnen mit einem zum frühen Erntestart schon ausgezeichnetem Zuckergehalt von 16,5 bis 17 Prozent. In den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland,
Steiermark und Kärnten bauten heuer ab Mitte März 7.600 Landwirte auf
46.456 Hektar
Zuckerrüben an. Das ist ein Flächenzuwachs von 3,7 Prozent
gegenüber 2010.
Video: Erntelogistik XXL - Umgebaute Bunkermaus für Biogasmais
pd/aiz
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