Ottawa - Kurz nach der Weltklimakonferenz in Durband hat Kanada überraschend seinen Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll erklärt. Offiziell läuft das Klimaschutzabkommen im Dezember 2012 aus.
Bis zum Jahr 2020 will Deutschland die Emissionen von Treibhausgasen um 40 Prozent reduzieren.
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Umweltminister Peter Kent erklärte am Montagabend in Ottawa vor Journalisten, das Kyoto-Protokoll sei für Kanada "ein Ding der Vergangenheit". Sein Land mache von seinem Recht Gebrauch, sich offiziell von Kyoto zurückzuziehen.
Damit ist Kanada, das zweitgrößte Land der Welt, das erste, das dem internationalen Klimaschutzabkommen noch vor dessen Ablauf im Dezember 2012 den Rücken kehrt.
In kanadischen Medien war schon vor Durban darüber spekuliert worden,
dass die konservative Regierung von Premierminister Stephen Harper
diesen Schritt plane. Allerdings war ein späterer Zeitpunkt vermutet
worden.
Beim Klimagipfel in Durban hatten sich die Teilnehmer am Wochenende
auf eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls - die Vereinbarung über die
Reduktion von Treibhausgasen - und ein anschließendes Nachfolge-Abkommen
geeinigt.
Kanada, Russland und Japan hatten jedoch schon im vergangenen Jahr
signalisiert, dass sie die Verlängerung nicht unterzeichnen wollten.
Dass die Regierung in Ottawa bereits jetzt das Aus erklärt, dürfte nach
Meinung von Experten auch finanzielle Gründe haben. Mit dem Ausstieg vor
dem Jahresende vermeidet Kanada, wegen Nicht-Erfüllung seiner Zusagen
zum Abbau von Treibhausgasen noch Strafen zahlen zu müssen.
Umweltminister Kent gab dagegen folgende Begründung: "Das
Kyoto-Protokoll bezieht die USA und China, die beiden Länder mit dem
größten Ausstoß (von Treibhausgasen), nicht mit ein und kann deshalb
nicht funktionieren. (...) Es ist inzwischen klar, dass Kyoto nicht zu
einer globalen Lösung für den Klimaschutz führt. Wenn überhaupt, ist es
ein Hindernis", sagte der kanadische Minister bei einer Pressekonferenz
im Parlament.