Donnerstag, 24.05.2012
Landwirte investieren stärker
Berlin - Landwirte nehmen mehr Kredite für Investitionen auf. Der Fremdkapitalbestand in der deutschen Land- und Forstwirtschaft hat Ende März mit 40,5 Milliarden Euro einen neuen Rekordstand erreicht.
Landwirte investieren in ihre Betriebe. Im März lag das Fremdkapital auf Rekordniveau.
© Mühlhausen/Landpixel
Im Vergleich zum Vorjahr waren dies knapp acht Prozent mehr, berichtet der Deutsche Bauernverband mit Hinweis auf Angaben der Deutschen Bundesbank. 82 Prozent des Kreditbestandes sind langfristige Kredite, die der Finanzierung langfristiger Investitionen dienen. Kurz- und mittelfristige Kredite mit einer Laufzeit von unter einem beziehungsweise fünf Jahren spielen dagegen mit einem Anteil von 18 Prozent eine vergleichsweise untergeordnete Rolle (Vorjahr 19 Prozent). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Kreditlaufzeit unter einem Jahr) machten nach Angaben der Bundesbank Ende März 3,3 Milliarden Euro aus.
Günstiges Zinsniveau
Diese Entwicklung unterstreicht, dass die deutsche Land- und
Forstwirtschaft in einem weiter wachsenden Umfang den Einsatz von
Fremdkapital als betriebswirtschaftliches Instrument zur Verbesserung
ihrer wirtschaftlichen Ergebnisse nutzt, schlussfolgert der Bauernverband. Dazu
trage auch das nach wie vor günstige Niveau bei den Zinsen bei.
Die meisten Landwirte sind liquide
Diese Einschätzung wird auch von den Ergebnissen des Konjunkturbarometers
Agrar des
DBV untermauert. Nach der Befragung für das 2. Quartal 2011
wollen die deutschen Landwirte im kommenden halben Jahr 6,3 Milliarden
Euro investieren. Etwa 2,4 Milliarden Euro davon werden in erneuerbare
Energien, und zwar fast ausschließlich in Fotovoltaik und Biogasanlagen
investiert.
Der Anteil der Landwirte, die eine angespannte Liquiditätssituation
angeben, ist nach dem Konjunkturbarometer mit zwölf Prozent insgesamt zwar
relativ gering, bei den unter wirtschaftlichem Druck stehenden
landwirtschaftlichen Veredlungsbetrieben (Schweine- und Hühnerhaltung)
und den Betrieben im Osten Deutschlands liegt dieser Anteil jedoch
deutlich höher.
pd
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