Donnerstag, 24.05.2012
Keime in Lebensmitteln: BfR informiert auf der Grünen Woche
Berlin - Sind Keime immer gesundheitsschädigend? Diese und weitere Fragen beantwortet das Institut für Risikobewertung auf der Grünen Woche.
Ein gut gefüllter Kühlschrank ist nicht überall eine Selbstverständlichkeit.
© Alfred Heiler/pixelio
Welche Keime können überhaupt in Lebensmitteln enthalten sein? Und: Wie können sich Verbraucher vor Keimen schützen? "Bakteriell belastete Lebensmittel müssen nicht unbedingt krank machen", erklärt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). "Andererseits können aber Lebensmittel ohne Verderbnisanzeichen dennoch krankmachende Keime enthalten". Den Keimen auf der Spur! - das ist das Motto, unter dem das BfR auf der Internationalen Grünen Woche die Besucherinnen und Besucher informiert. Der Messeauftritt ist der Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des BfR.
Gute und schlechte Keime
Am Informationsstand des BfR könnten sich Verbraucherinnen und
Verbraucher über "gute" und "schlechte Keime" in Lebensmitteln
informieren:
In vielen Lebensmitteln seien Keime durchaus erwünscht. So werden
beispielsweise zur Herstellung von Joghurt, Käse oder Salami
Milchsäurebakterien benötigt, meldet das BfR in seiner
Pressemitteilung. Andere Keime in Lebensmitteln seien hingegen
unerwünscht, weil sie zum Verderb von Lebensmitteln oder sogar zur
Erkrankung von Verbraucherinnen und Verbrauchern führen.
Verderbniskeime wie Pseudomonaden oder Mikrokokken bildeten im
Lebensmittel Enzyme, mit denen sie organische Stoffe abbauten. Dabei
entstünden Stoffwechselprodukte, die unter anderem Geruch und Geschmack
des Lebensmittels so veränderten, dass es für den Verzehr nicht mehr
geeignet ist. Der Verderb sei in der Regel leicht zu erkennen,
Beispiele für das Wirken von Verderbniskeimen seien saure Milch oder
ranzige Butter.
"Fehlerkühlschrank" und "Black Box" zeigen richtigen Umgang mit Keimen
Der
Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln bedeute aber nicht, dass
Verbraucherinnen und Verbraucher davon in jedem Fall krank werden.
Dieses Risiko bestehe erst dann, wenn das Lebensmittel tatsächlich mit
krankmachenden Keimen verunreinigt sei. So seien Salmonellen und
Campylobacter in Lebensmitteln die Hauptursache für bakterielle
Durchfallerkrankungen. Auch von antibiotikaresistenten Keimen auf
Lebensmitteln könne unter Umständen ein Gesundheitsrisiko ausgehen.
Verbraucherinnen und Verbraucher könnten sich vor solchen Infektionen
schützen, indem sie auf eine hygienische Lagerung und Zubereitung der
Lebensmittel achten.
Anhand eines "Fehlerkühlschranks" erklären Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des BfR anschaulich, welche Lebensmittel wie und wo im
Kühlschrank richtig aufbewahrt werden. Zudem werden in einer
"Black-Box" Keime, beispielsweise auf Frühstücksbrettchen, sichtbar
gemacht.
Beim BfR-Quiz können sowohl Kinder als auch Erwachsene ihr Wissen rund
um das Thema Lebensmittelhygiene testen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung ist auf der Internationalen
Grünen Woche vom 20. bis 29. Januar 2011 am Stand 101 in der Halle 3.2
(Erlebnisbauernhof) der Messe Berlin zu finden.
pd
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