Von seiner Lieblingssportart Segeln hat der Präsident von Case IH, Andreas Klauser, gelernt, dass eine starke Kursänderung die Geschwindigkeit im Extremfall auf Null drückt.
Andreas Klauser, Präsident von Case IH
© Claudia Ziegler
Da dies auch
für den Berufsalltag gelte, müsse
man sich seine Entscheidungen
vorher gut überlegen.
Es war schon eine riesen Überraschung,
als kurz nach der 2009er-
Agritechnica bekannt gegeben wurde,
dass Andreas Klauser, seinerzeit
Vize-Präsident Sales und Marketing Europa
für
Case IH als Präsident und CEO
unmittelbar Randal W. Baker ablösen
wird. Mittlerweile sind fast zwei Jahre ins
Land gezogen, die wirtschaftlich mehr
als erfolgreich verlaufen sind.
Nach einer
Umsatzsteigerung in 2010 von 15 Prozent
gegenüber 2009 wird für das laufende
Jahr sogar ein weiteres Plus von 25
Prozent prognostiziert.
Hinter diesen Zahlen verbirgt sich unter
anderem die Einführung der neuen Efficient
Power Traktormodelle. Diese Produkteinführung
wird von den eigenen
Mitarbeitern wie auch von den Vertriebspartnern
als die bislang wahrscheinlich
erfolgreichste bewertet, weil sie fast reibungslos
über die Bühne gebracht
wurde. Diese Erfolgsstory wird meistens
mit einem Namen verbunden, dem von
Andreas Klauser.
Deshalb war gleich meine erste Frage, als
wir uns in seinem Büro in Sankt Valentin
trafen, was er denn anders gemacht
habe, als sein Vorgänger. Er antwortete
kurz und bündig: "Nichts, oder zumindest
nichts Gravierendes!"
Als Begründung schiebt er hinterher: "Man kennt es ja von vielen Unternehmen - nach der Devise, neue Besen kehren
gut, werfen neue Manager die bisherigen
Strategien über den Haufen. Ich
habe da eine andere Philosophie." Er wolle erst das Vertrauen aller Beteiligten gewinnen und die guten Elemente des Vorgängers nicht einfach über Bord werfen.
Ein 'Landtechnikverliebter'
Obwohl er mit Schwester und Bruder
nicht auf einem Hof aufwuchs - die
Mutter war Lehrerin, der Vater Beamter - bezeichnet sich Andreas Klauser selbst
als Landtechnikverliebter. Ganz ohne
Wurzeln ist dies jedoch nicht abgegangen,
schließlich hatte der Großvater einen
Hof, den der Onkel und mittlerweile
der Cousin bewirtschaftet.
Auf diesem habe er seine ersten und lebensprägenden
Begegnungen mit der
Traktorenmarke Steyr gehabt - was sei
für einen oberösterreichischen Landwirtschaftsbetrieb
schließlich auch sonst
noch in Betracht gekommen.
Der Besuch der HTL, der Höheren Technischen
Lehranstalt, in Steyr mit Abitur und
Ingenieurabschluss sei somit vorprogrammiert
gewesen.
Raus aus dem Elfenbeinturm
Für
ihn ganz wichtig sind die Gespräche mit
Landwirten und Vertriebspartnern in allen
Regionen: "Viele CEO´s nehmen
sich dafür einfach zu wenig Zeit, sie
bauen sich ihre eigene Realität auf - das
bekannte Elfenbeinturm-Phänomen."
Ob und welche berufliche Alternative sich Andreas Klauser vorstellen könnte, an welchen Orten der Erde er seinen optimalen Tag verbringen würde und wer ihn immer wieder nach Salzburg treibt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der Agrartechnik.
Sie sind noch kein Abonennt? Das können Sie hier ändern. zu den Abos ...