Berlin - Der Bundesrat konnte sich in seiner heutigen Sitzung nicht mehrheitlich zu einem Verbot der Kleingruppenhaltung von Legehennen durchringen.
Auch heute konnten sich die Länder nicht über das Verbot von Kleingruppenhaltung einigen.
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Die Länder prüfen, ob Legehennen mehr Platz bekommen sollen. Jedoch konnte sich der Bundesrat am Freitag mehrheitlich nicht zu einem Verbot von Hühnerkäfigen durchringen.
Mehrere SPD-geführte Länder halten die jetzige Haltungsform in Kleingruppenkäfigen nicht für tiergerecht. Der Parlamentarische Agrarstaatssekretär Gerd Müller (CSU) sagte aber, den Hühnern "geht es gut in Deutschland". Käfige seien bereits verboten.
Seit Anfang 2010 sind die früheren Legebatterien nicht mehr erlaubt, und es gibt etwas größere Käfige in Deutschland. Jede Legehenne hat nun 550 Quadratzentimeter Platz. Der Deutsche Bauernverband hält die Kleingruppe für tiergerecht. Die Landwirte haben mehr als 200 Millionen Euro in diese Haltungsform
investiert, weil sie Tierschutz-, Lebensmittelsicherheits- und
Umweltaspekte ausgewogen berücksichtigt. "Jeder, der sich diese
Haltungsform in der Praxis ansieht, kann das erkennen", so der
Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, Dr. Helmut Born. "Wer sich
kein eigenes Urteil erlauben will, könnte entweder bereits vorliegende
Forschungsergebnisse heranziehen oder die in Arbeit befindlichen
wissenschaftlichen Ergebnisse abwarten, wenn die Politik ihn lässt."
Das Bundesverfassungsgericht hatte die Haltung in kleinen Gruppen im vergangenen Jahr für verfassungswidrig gewertet, allerdings aus formalen Gründen. Landwirtschaftsministerin Ilse
Aigner (CSU) fordert ein Verbot des Neubaus von Hühnerkäfigen und will nur noch Boden-,
Freiland- und Ökohaltung zulassen. In Deutschland gibt es knapp 30 Millionen Legehennen, davon 19 Millionen in Bodenhaltung - Tendenz steigend - und fast 5 Millionen in Käfigen.
Das mit Bundesmitteln geförderte aktuelle Forschungsvorhaben hat erst
vor zwei Jahren mit den ersten Einstallungen von Hennen begonnen. Die
Gesamtsumme hierfür belief sich auf 1,4 Millionen Euro. Die Ergebnisse
werden frühestens 2013 erwartet. Parallel zu den Untersuchungen in
wissenschaftlichen Einrichtungen wird auch eine Praxiserhebung
durchgeführt, die die Daten aus den landwirtschaftlichen Betrieben
erfasst. Erst auf Grundlage dieser Ergebnisse könnte es eine fachlich
fundierte Entscheidung zur Kleingruppenhaltung geben.