Donnerstag, 24.05.2012
Entscheidung beim Klimagipfel in Durban
Durban - Zum Abschluss der UN-Klimakonferenz in Durban will die Europäische Union heute darauf dringen, dass der Weg zu einem Weltklimavertrag geebnet werden kann.
Vertreter aus 193 Staaten nehmen an der UN-Klimakonferenz in Durban teil.
© Andreas Dengs/pixelio
Durch eine neue Allianz
mit knapp 100 Entwicklungsländern hatte die EU am Donnerstag in der
südafrikanischen Hafenstadt den Druck auf große Verursacher von
Treibhausgasemissionen wie China und die USA erhöht. Sie sollen sich
für verbindliche Minderungsziele bei der Klimaverschmutzung öffnen
und einem Mandat für ein weitgehendes Abkommen zustimmen.
Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sprach mit Blick auf das
Klimabündnis von einem Appell, sich endlich zu bewegen. Beobachter
rechnen mit harten Verhandlungen bis tief in die Nacht.
Vertreter von
193 Staaten nehmen an der Konferenz teil, die sich am Ende im
öffentlichen Plenum zu ihrem Klimaschutzbeitrag bekennen müssen.
Im Kern geht es darum, wie es nach Auslaufen des 2012 endenden
Kyoto-Protokolls weitergehen soll. Da die Industriestaaten, die sich
für eine Fortsetzung von Kyoto einsetzen, nur 15 Prozent der
Kohlendioxid-Ausstöße verursachen, dringt die EU darauf, dass
Industrie- wie Schwellenländer einen größeren Klimaschutzbeitrag
leisten. Ansonsten sei die Erderwärmung nicht auf zwei Grad zu
begrenzen. Länder wie die USA fürchten Wettbewerbsnachteile bei zu
starken Verpflichtungen und sperren sich bisher gegen rechtlich
verbindliche Zusagen.
Durchbruch oder Mogelpackung?
"Es ist sehr viel möglich, aber es können am Ende auch nur einige Mogelpackungen herauskommen", sagte Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser der dpa. Es seit weit mehr Bewegung zu spüren als 2010 vor dem Finale der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún. "Die USA sind nervös", sagte Kaiser mit Blick auf die Klima-Allianz von EU und armen Ländern. Die EU müsse nun darauf dringen, dass es am Ende keine faulen Kompromisse in Durban gebe. Denn es bleibe keine Zeit mehr. Spätestens ab 2015 müsse der CO2-Ausstoß stark sinken, um den Klimawandel überhaupt noch kontrollieren zu können.
dpa
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