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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Umwelt » Klimaschutz ]
Donnerstag, 24.05.2012
Umwelt | 19.02.2011 Redaktion agrarheute.com

Neue Permafrost-Studie stellt Klimaschutzziele infrage

Washington - Einer neuen US-Studie zufolge steigt der Treibhausgas-Ausstoß stärker an als bisher erwartet. Bis 2200 sollen ein bis zwei Drittel der weltweiten Dauerfrostböden auftauen.
Bis zum Jahr 2020 will Deutschland die Emissionen von Treibhausgasen um 40 Prozent reduzieren. © walter dannehl/aboutpixel.de
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Bis zum Jahr 2020 will Deutschland die Emissionen von Treibhausgasen um 40 Prozent reduzieren.
© walter dannehl/aboutpixel.de
Die globale Erwärmung wird einer neuen Studie zufolge ein bis zwei Drittel der weltweiten Dauerfrostböden bis 2200 auftauen. Dadurch müsse die Atmosphäre voraussichtlich etwa 190 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form klimaschädlicher Treibhausgase zusätzlich verkraften, warnen Forscher des US-Schnee- und Eisdatenzentrums NSIDC an der Universität von Colorado in der am Mittwoch veröffentlichten Studie. Die gegenwärtig angestrebten Klimaschutzziele seien daher vermutlich viel zu niedrig.
 
In den sogenannten Permafrostböden, die zum Beispiel in Kanada und Russland vorkommen, lagern seit der letzten Eiszeit große Mengen an gefrorenen Pflanzenresten. Tauen sie, fangen sie an zu verrotten und setzen Treibhausgase frei - besonders das stark klimaschädliche Methan (CH4), aber auch Kohlendioxid (CO2). "Die Menge an freigesetztem Kohlenstoff entspricht der Hälfte des Kohlenstoffs, der seit dem Beginn des industriellen Zeitalters freigesetzt worden ist", erläuterte NSIDC-Forscher Kevin Schaefer. Das sei rund ein Fünftel der Menge, die sich heute in der Atmosphäre befinde. Diese zusätzlichen Emissionen müssten bei der Definition von Klimaschutzzielen eingerechnet werden. "Es ist sowieso schon schwierig genug, unsere Emissionen zu senken, aber nun werden wir sie noch mehr senken müssen", sagte Schaefer.

Modell pflanzlichen Zerfalls erstellt

Für ihre Studie erstellten die Forscher ein Modell des Zerfalls pflanzlichen Materials unter den Klimabedingungen, die gängigen Annahmen zufolge im Jahr 2200 herrschen werden. Dabei gingen sie von einer Erwärmung der weltweiten Durchschnittstemperatur um zwei bis drei Grad Celsius aus. Unterdessen hat die Wirtschaftskrise in den USA den Treibhausgasausstoß im Jahr 2009 auf den niedrigsten Wert seit 1995 gesenkt, wie die US-Umweltbehörde EPA berichtete. Die Emissionen sanken demnach um sechs Prozent im Vergleich zu 2008, lagen damit aber noch um 7,4 Prozent über der Menge von 1990. 1990 wird in der Regel als Basisjahr bei der Aufstellung von Klimaschutzzielen genommen.

Klimaschutz kostet jährlich 270 Milliarden Euro

Die Europäische Union muss jährlich 270 Milliarden Euro in die Erreichung ihrer Klimaziele investieren. Das gehe aus einem Entwurf für ein Strategiepapier hervor, das Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard Anfang März vorstellen wolle, berichtet die  Frankfurter Allgemeine Zeitung. Diese Summe müsse jährlich in den kommenden 40 Jahren erbracht werden, um den Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid wie geplant bis 2050 um 80 bis 85 Prozent zu senken. Die benötigten Investitionen beispielsweise in die CO2-Speicherung, Elektrofahrzeuge, Passivhäuser und moderne Industrieanlagen belaufen sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters auf knapp 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung in der EU. 
aiz/dpa
Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion Joule Opposition fordert mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft
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