Wien - Eine hohe Wirksamkeit des alternativen Mittels Toltrazuril bei der Kokzidiose-Bekämpfung haben zwei Studien der Vetmeduni Vienna nachgewiesen.
Ab 2017 soll laut Gesetzesnovelle die betäubungslose Ferkelkastration verboten sein.
© Mühlhausen/landpixel
Bereits eine einzige Gabe des Wirkstoffes habe die Durchfallerkrankung bei Ferkeln eindämmen können, erklärten Anja Joachim und Hans-Christian Mundt vergangene Woche nach diesbezüglichen Behandlungen in einer Pressemitteilung.
In einer weiteren Untersuchung habe nachgewiesen werden können, dass Ferkel, die mit Toltrazuril behandelt wurden, deutlich seltener an Durchfall erkrankten als unbehandelte, teilte die Wiener Universität weiter mit. Voraussetzung sei aber, dass die Tiere unter optimalen hygienischen Bedingungen gehalten würden. Die Verabreichung des Medikaments reiche nicht aus, um die Tiere gesund zu halten.
Deutlich geringere Kosten
Die Wissenschaftler zeigten sich dennoch überzeugt, "dass Toltrazuril im Gegensatz zu Sulfonamiden praktischer in der Anwendung ist und zudem sehr gut gegen Kokzidiose wirkt". Die Kosten für die Behandlung seien deutlich geringer als die finanziellen Verluste im Fall einer Erkrankung. Kokzidiose ist eine der häufigsten Krankheiten, an denen neugeborene Ferkel leiden. Sie wird von einem einzelligen Parasiten mit Namen Isospora suis verursacht und äußert sich in Durchfällen.