Die Firma Krampe Fahrzeugbau hat sich von einer kleinen Dorfschmiede zu einem international agierendem Unternehmen gemausert. Seit dem Jahr 1981 werden im westfälischen Coesfeld-Lette Anhänger gebaut. Im Rahmen einer Pressekoferenz hat sich nun das Unternehmen vorgestellt.
Die ersten landwirtschaftlichen Einachskipper wurden aus alten umgebauten LKW gefertigt, die vom Schrottplatz kamen. Anfangs wurden die Anhänger vornehmlich im Münsterland vertrieben, die Produktvielfalt und der Umsatz wuchsen über die Jahre kontinuierlich an, neue Märkte wurden erschlossen. Als Marktführer für landwirtschaftliche Wannenkipper in Deutschland hat sich Krampe mittlerweile auch einen guten Namen im Bereich Containeranhänger bzw. Kipper für Erdbewegungen mit Schlepperzug gemacht. Fahrzeuge für die Entsorgungswirtschaft und den Kommunalbereich runden das Programm ab, wobei sich Krampe nicht als Volumen-, sondern als Individualhersteller sieht. So entstehen viele Unikate, die speziell nach Kundenwunsch gefertigt werden.
Heute exportiert Krampe gut ein Drittel seiner Produktion ins benachbarte Ausland und auch nach Übersee. Im Jahr 2008 platzte der stetig erweiterte Produktionsbetrieb schließlich aus allen Nähten. Da kam es den Fahrzeugbauern von Krampe gerade Recht, dass die Bundeswehr den Standort Coesfeld aufgab. Nach langwierigen und schwierigen Verhandlungen wurde der komplette Instandsetzungsbereich der ehemaligen Freiherr-vom Stein-Kaserne gekauft, der Firmenumzug wurde in Herbst 2009 vollendet. Derzeit werden 73 Mitarbeiter beschäftigt, Tendenz steigend.
Der altbekannte Werbeslogan „Krampe-Qualität auf Rädern“ prangt auch auf der neu errichteten Lackierhalle. Die als beharrlich geltenden Westfalen sind dem Produktionsstandort Deutschland treu geblieben. Mit dem Grundgedanken „Was wir selber herstellen können, das machen wir auch selbst“, hat das familiengeführte Unternehmen immer wieder gute Erfahrungen gemacht. Die große Fertigungstiefe gibt Krampe die beruhigende Sicherheit, höchste Qualität liefern zu können und alle Produktionsschritte im Griff zu haben.
Krampe beschreiten im Bereich der Transportanhänger mit dem Rollbandwagen „Bandit“ einen völlig neuen Weg: Anstelle des Schiebeschildes in der Stirnwand setzt man auf einen Rollboden, der aus einer äußerst reißfesten, gummierten Gewebematte besteht. Diese ungewöhnliche, aber innovative Konstruktion funktioniert nach dem Rolladen-Prinzip. Der Boden des Bandit wird komplett vom Rollband bedeckt. Zum Be- und Entladen wird der Boden mittels zweier unter der Stirnwand befindlicher Hydraulikmotoren auf- oder abgewickelt. Das gesamte Ladegut wird dabei zuverlässig in die „Bandit“-Wanne gezogen oder heraus befördert. Spezielle Abstreifer sorgen dafür, dass die Gummimatte gereinigt wird und gesäubert aufgewickelt werden kann. Die aufwändige Schiebeschild-Konstruktion kann für diesen Anhängertyp entfallen.
So verfügt der Bandit über ein wesentlich geringeres Eigengewicht, da auch auf eine Kipphydraulik verzichtet werden kann. Immerhin werden dadurch gut 1,7 t Gewicht gespart, die der Nutzlast zugute kommt. Auch der Ölbedarf ist gegenüber einem Abschiebewagen wesentlich geringer, da nur zwei Hydraulikmotoren gespeist werden müssen. Ein Volumenstrom von nur 60 bis 100 l/ min bei max. 170 bar ist völlig ausreichend, die Zugmaschine muss über keine große entnehmbare Ölmenge verfügen.
Sand- und Kieskipper für Schlepperzug gehören seit vielen Jahren zum gewohnten Bild auf Autobahnbaustellen und bei Erdarbeiten im schweren Gelände. Mit der neuen Baureihe SK bringt Krampe nun drei Modelle mit 5,0, 5,55 bzw. 6 m Muldenlänge auf den Markt. Das markante Äußere wurde von der erfolgreichen Big-Body Baureihe übernommen, d .h. die seitlichen Bleche werden in bauchiger Fassform aus einem Stück gekantet. Durch das mehrfache Kanten der Bleche wird ein Maximum an Stabilität aus dem Material herausgeholt. Durch den Wegfall der Rungen wird das Eigengewicht gesenkt, zudem ergeben sich gerade Flächen für Werbebeschriftungen.
Nach dem bewährten Motte „Qualität auf Rädern“ sind HARDOX-Bleche ebenso lieferbar wie geländegängige Pendelfahrwerke oder zwangsgelenkte Achsen. Letztere kommen generell aus dem Hause BPW. Eine gefederte Zugvorrichtung gehört zum serienmäßigen Lieferumfang, ebenso wie die 40km/h-Verison. Zur Standardausrüstung gehört auch eine hydraulische Heckklappe mit automatischer Verriegelung unten. Aufgrund des großen Öffnungswinkels kann der Anhänger dann auch problemlos von hinten beladen werden.