Paris/Chailly - Der französische Dachverband der Bioproduzenten kritisiert das angebliche Bioprojekt des Geflügelproduzenten Duc. Tatsächliche Werte der ökologischen Tierhaltung würden missachtet.
Die Zahl der Küken für die Mast blieb relativ konstant.
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Die mit großem Pomp gefeierte Grundsteinlegung für eine Bioschiene des Geflügelproduzenten Duc mit Sitz in Chailly im Departement Yonne ist dem französischen Dachverband der Bioproduzenten (FNAB) ein Dorn im Auge. Bei einer Reduzierung der Mastdauer von 81 auf 71 Tage für angebliche Biohähnchen, die in ein und denselben Stallgebäuden mit anderen Hähnchen aufgezogen werden sollen, handele es sich nach wie vor um eine industrielle Produktion, stellte der FNAaB klar.
Die Organisation der Biobauern bedauerte darüber hinaus, dass das
Vorgehen von Duc im Rahmen des überarbeiteten neuen Lastenheftes von den
Behörden sogar zulässig sei. Für den Verbraucher heiße das allerdings
konkret, nicht mehr ohne weiteres zwischen bäuerlich hergestellten
Bioprodukten wie Geflügel mit dem Label Rouge und sonstigen ökologisch
Bioerzeugnissen sowie Produkten aus konventionellen Betrieben
unterscheiden zu können.
NAB zufolge bedeutet der Einstieg von Duc in
seine sogenannte Biosparte zugleich den Todesstoß für die gesamte
bäuerliche Bioproduktion, die seit mehr als 30 Jahren ihren Ruf und ihre
Glaubwürdigkeit mühevoll aufgebaut habe. Echte Gütesiegel wie Geflügel
mit dem Label Rouge hätten damit das Nachsehen.
Verbraucher können nicht mehr unterscheiden
Der Firmenleitung von Duc wirft der Dachverband der Bioproduzenten vor,
die bedauerlicherweise von Paris 2009 legal eingeführte Möglichkeit zu
nutzen, die Mastdauer bei Hähnchen zu verringern. Für die Verbraucher
werde es immer schwieriger, zwischen echten und angeblichen Biohähnchen
zu unterscheiden. Damit sei auch der Preisunterschied für den
Konsumenten nicht mehr nachvollziehbar. Umgekehrt bedeute dies für
ehrliche Biobetriebe, die deutlich strengere Normen erfüllten,
möglicherweise längerfristig das Aus infolge einer schwer vermittelbaren
Preiskonkurrenz.