Hamburg - Investitionen in Ackerland, Biogasanlagen und die Lebensmittelproduktion haben das erste Halbjahr 2011 beim Landwirtschaftsunternehmen KTG Agrar geprägt.
KTG-Chef Siegfried Hofreiter.
© KTG Agrar
Durch die Übernahme der Frenzel Tiefkühlkost in Ringleben baut KTG inzwischen nicht nur Kartoffeln und Gemüse an, sondern veredelt sie auch. Dabei sieht das Unternehmen insbesondere im Bio-Tiefkühlbereich einen attraktiven Wachstumsmarkt. Nach der Integration im laufenden Jahr ist bereits für 2012 ein Ergebnisbeitrag zu erwarten, teilt das Unternehmen mit.
Neben diesen Investitionen hat KTG Agrar auch das operative Wachstum forciert. "Wir befinden uns derzeit auf dem besten Weg zum integrierten Anbieter von gesunder Nahrung und sauberer Energie", sagt Siegfried Hofreiter, Vorstandsvorsitzender. "Trotz der dafür nötigen hohen Investitionen werden wir auch im laufenden Jahr unsere Gesamtleistung und unseren Gewinn steigern."
KTG Agrar hat die Gesamtleistung im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich
zum Vorjahr von 27,3 Millionen Euro um 69 Prozent auf 46,1 Millionen Euro
gesteigert. Der Umsatz legte um 165 Prozent auf 27,1 Millionen Euro zu.
Zu der positiven Entwicklung haben alle Geschäftsfelder beigetragen.
- Hauptwachstumstreiber war insbesondere der Biogasbereich. Die Erlöse aus
dem Verkauf des umweltfreundlichen Stroms und der Wärme nahmen von 6,5
Millionen Euro um 75,4 Prozent auf 11,4 Millionen Euro zu.
- Im
Landwirtschaftsbereich ist KTG Agrar im naturgemäß schwächeren ersten
Halbjahr ebenfalls deutlich gewachsen.
- Im ökologischen Marktfruchtanbau stieg der Umsatz von 0,5 Millionen Euro auf 2,8 Millionen Euro und im konventionellen Marktfruchtanbau von 1,5 Millionen Euro auf 8,5 Millionen Euro.
- Nach der Übernahme der Frenzel Tiefkühlkost im Februar ist der Bereich Lebensmittelproduktion im Berichtszeitraum erstmals hinzugekommen. Dort
wurden 2,5 Millionen Euro erlöst.
Insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Investitionen sowie deren
Finanzierung ist KTG Agrar auch mit der Ertragsentwicklung im ersten
Halbjahr zufrieden. Das operative Ergebnis (EBIT) hat das Unternehmen
von 4,6 Millionen Euro um 37 Prozent auf 6,3 Millionen Euro gesteigert.
Ende Juni hatte KTG bereits Biogasanlagen mit einer Kapazität von 16,5
Megawatt am Netz. Darüber hinaus befinden sich derzeit 14,5 Megawatt im
Bau und weitere Anlagen in der Planungs- und Genehmigungsphase. Damit
wird das Unternehmen die Produktionskapazität von erneuerbarer Energie
bis 2012 innerhalb von nur zwei Jahren auf über 30 Megawatt verdreifacht
haben. "Sobald alle Anlagen hochgefahren sind und unter Volllast
laufen, werden wir mit dem Verkauf von sauberem Strom und Wärme jährlich
mehr als 45 Millionen Euro umsetzen", sagt Dr. Thomas R.G. Berger, im
KTG-Vorstand verantwortlich für den Biogasbereich. "Dies entspricht dem
gesamten Konzernumsatz des Jahres 2010 und bietet durch das
Erneuerbare-Energien-Gesetz Planungssicherheit für 20 Jahre."
Anbauflächen auf 35.000 Hektar erweitert
KTG investiert in eine der wertstabilsten Sachanlagen der Welt:
Ackerland. KTG Agrar hat
die Anbaufläche allein im ersten Halbjahr um 4.500 Hektar auf über
35.000 Hektar erweitert. Mit rund 7.300 Hektar befinden sich etwa 21
Prozent der Gesamtfläche im Eigentum der Gesellschaft. Siegfried
Hofreiter: "Für uns als Landwirte ist Ackerland natürlich weit mehr als
eine Geldanlage, es ist unsere Geschäftsgrundlage. Dennoch ist es
beruhigend zu wissen, dass wir inzwischen erhebliche stille Reserven
gebildet haben."
Gute Ernte und hohe Agrarrohstoffpreise im zweiten
Halbjahr erwartet
KTG Agrar ist für die Landwirtschaftssaison 2011 zuversichtlich und
sieht kaum negative Auswirkungen des feuchten Wetters zur Erntezeit auf
die Qualität der Produkte. "Mit 30 Großmähdreschern und Feldhäckslern
haben wir die trockenen Zeitpunkte optimal genutzt und die Ernte der
Winterfrüchte erfolgreich abgeschlossen", freut sich Ulf Hammerich,
Agrarvorstand von KTG Agrar. Für die bevorstehende Mais- und
Zweitfruchternte ist KTG ebenfalls optimistisch.