Donnerstag, 20.06.2013
Effektive Welternährung, Verzicht auf Prämien und Holzfraß im Stall
Diese Woche auf landlive.de: Kann man auf EU-Prämien verzichten, um Auflagen zu umgehen? Wie ernährt man die Bevölkerung am besten? Dazu noch Ursachenforschung für Fraßschäden im Stall.
Ursula001 wendet sich mit einem ganz speziellen Problem an die Landliveuser: "Mein Rinderstall - Baujahr Anfang der 80er und ca. 1000qm - wurde von
mir bis 2007 in Mutterkuhhaltung bewirtschaftet (maximale Bestückung 40
Rinder incl. Kälbern). Er ist komplett aus Holz, ebenso die 16
dachtragenden Holzbalken links und rechts vom Mittelgang, an denen das
Freßgitter angebracht ist. Seit 2007 ist der Stall an einen Mastbetrieb verpachtet. Es sind 70 - 80 Rinder vom Kalb bis zur Schlachtreife eingestellt. Seit
kürzerer Zeit - ich kann nicht sagen, ob Wochen oder Monaten, aber
sicher erst seit diesem Jahr - nagen die Rinder an den Balken,
Holzwänden und allem, was aus Holz ist. Vor einer Woche hat mir der
Pächter die Bescherung gezeigt. Der Zimmerer hat notfallmäßig die Balken
verstärkt, da er von einem drohenden Versagenszustand ausgeht. Meine
Frage an euch: habt ihr sowas schon mal gesehen oder selbst erlebt? Wie
kann es sein, dass Rinder so plötzlich anfangen, Holz zu fressen? Eine "Modeerscheinung" unter Rindern? Salzmangel? Anderer Fütterungsfehler? Zu hohe Besatzungsdichte?"
Darky ist der Meinung: "Ich denke, das ist Langeweile und wenn Eine mal anfängt gehts
rund. Wir haben damals auch alles mit Edelstahlblech verkleidet dann
war Ruhe. Ab und an habens auch gern mit den Hörnern die Wand
bearbeitet, die Stellen hab ich dann betoniert, dann war da auch ruhe" Auf die Aussage von
heiliger_antonius: "Vielleicht füttert der
Landwirt zu wenig Rohfaser ?" meint
Freisinger: "Da kannst du Recht haben. Mein Jungviehstall ist komplett aus Holz, da
ist nix mit Holzfressen. Die Kalbinnen bekommen aber neben
Grassilage, Heu, soviel sie wollen."
DWEWT führt noch eine andere Möglichkeit auf: "es handelt sich kaum um Fraßschäden, sondern und Leckschäden. Durch das Einspeicheln des Holzes werden Inhaltsstoffe des Holzes gelöst. Die weichwerdende Oberfläche hält der rauen Rinderzunge nicht stand. Du kannst ja an den Schadstellen auch immer noch härtere Holzbestandteile erkennen, die der Rinderzunge widerstanden haben. Die Ursache für das Holzlecken liegt vermutlich in einer Störung des Vitamin A-Stoffwechsels. Du musst einfach mal nachforschen, ob sich evtl. die Zusammensetzung des Futters verändert hat. Im Mais z.B. ist kaum Carotin, die Vorstufe zum Vitamin A, vorhanden. Entweder sollten entsprechende Präparate dem Futter beigemischt werden oder das Futter muß mit z.B. Grünmehl (Luzerne) oder Grassilage angereichert werden. Um ganz sicher gehen zu können, sollten von einigen Tieren Blutproben gezogen und analysiert werden."
Sollte man nicht einfach, wenns passt, auf die EU-Förderungen verzichten?
tiger12 stellt diese provokante Frage, er schreibt weiter: "Schon mal drüber nachgedacht? Diese ganzen Reglementierungen hängen doch
an den 360 Euronen/ha. Persönlich sag ich mal, reizen die mich
eigentlich gar nicht so, ich nehm sie bisher aber mit und ärger mich
oft. Man könnte sich auch befreien aus dieser Leibeigenschaft.
Und sagt großzügig, ich verzichte. Dafür mach ich lieber, was ich will."
homersimpson bestätigt seine Meinung: "Kann dich voll verstehen - habe diesen Gedanken auch manchmal wenn ich sauer auf die ganze Bürokratie bin - und spätestens wenn´s wieder weniger wird sag ich tschüs. Ich weis nur nicht wie frei wir dann wirklich werden und wie sie uns dann wieder dran kriegen."
thunderstruck schreibt allerdings deutlich: "Die Auflagen sind zumeist auch bußgeldbewehrt, das bedeutet, auch wenn man auf die Beihilfe verzichtet, so kann man doch noch lange nicht wilde Sau spielen. Die
Beihilfe ist im Schnitt mein Gewinn. Wenn ich die nicht mehr hätte wäre
Schluß. Ich habe einen reinen Ackerbau-Pachtbetrieb. Ohne
Mietwohnungen, ohne Bar- und Aktienvermögen, ohne Zweitjob. Nur
Einnahmen aus dem Ackerbau. Mir fällt immer auf, daß entweder
ganz junge Landwirte, die noch gar nicht auf eigene Rechnung
wirtschaften, das Maul weit aufreißen und behaupten, die Beihilfe gehöre
abgeschafft, oder aber solche mit fetten Nebeneinkünften oder
Sonderkulturen oder die Baulandkönige, die nur zu einem geringen Teil
von wirklicher
Landwirtschaft leben müssen." Das sieht Notill aber nicht so eng: "Mein Betrieb ist ähnlich wie deiner aufgebaut. Allerdings bin ich der Ansicht, das eine Abschaffung auch das Pachtniveau senken würde. Dazu die Bürokasten und die Freibiergesichter vom Amt, die man sich sparen könnte. Aber eben nur, wenn es für alle gilt. Auch die BGA's schlagen ihre Beihilfen auf den Pachtpreis voll drauf. Schlecht ist es allerdings wenn ich Eigentümer bin, und bisher nicht in der Lage bin, ohne Beihilfen auszukommen."
Wie ernährt man die Menschheit nachhaltig am effektivsten?
das fragt Biobauer: "Wie produziert man am meisten Nahrung vom ha, die auch einigermassen
ausgewogen ist für die menschliche Ernährung. Das unser Fleischkonsum
dabei geringfügig zu hoch ist, sollte man auch dabei berücksichtigen. Also
ich mein nun nicht die 130 dt Weizen/ha, auf besten Böden und besten Klima, sondern das ganze global gesehen. Denkt mal bissl übern Tellerrand
raus." nurich antwortet gleich mit einer Menge Gegenfragen: "Kann die Frage wirklich heißen, wie produziert man am meisten Nahrung vom ha? Ist Produktion wirklich das Problem? Hatten wir nicht jahrelang Überproduktion und Hunger parallel? Wir
produzieren auf einem Flächenumfang der vorher stillgelegt war
nachwachsende Rohstoffe, und jammern über die Konkurenz von Nawaro und Nahrungsmitteln. Ok, unser Fleischkonsum ist zu hoch, aber wollen wir
wirklich eine verordnete Menge Lebensmittel pro Person. Wer entscheidet
wieviel oder was man essen darf? Haben wir wirklich eine Möglichkeit über die Produktion etwas zu verändern?" Die eigentliche Frage versucht DWEWT zu beantworten: "Die höchste Produktivität ergibt sich aus einer auf den Standort abgestimmten Fruchtfolge mit sich ergänzenden direkten und indirekten Nahrungsmittelkulturen. Wobei zu beachten ist, dass diese Kulturen in Konkurrenz stehen zu Energiepflanzen und sonstigen Kulturen. Wir werden, auch wenn die Halter von Einmägen-Nutztieren es nicht gerne hören wollen, zu einem höheren Anteil direkt für die menschliche Ernährung tauglichen Kulturen kommen müssen. D.h. der Anteil von z.B. Futtergetreide wird wohl rückläufig werden, auch vor dem Hintergrund, dass zukünftig Getreide direkt für die Verbrennung verwendet werden wird. Evtl. werden sich auch die Qualitätskriterien für die Einstufung von z.B. Backweizen verändern müssen. Heute orientieren sich diese Kriterien ausschliesslich an der Verarbeitungstechnik. Die derzeit gültigen Werte für Eiweiss, Kleber und Fallzahl, sagen nicht wirklich etwas über die Backqualität aus."
Maulwurfplage auf der Wiese
bofraluda ist sauer: "Hallo, bei uns ist auf 60 ha Wiese fast überall der Maulwurf,das sind
bestimmt 100-300 Stück und jeder macht 10 Haufen am Tag ;kennt jemand
ABHILFE so kann doch keiner vernünftiges Futter machen .Da kann ich dann
nächstes Jahr alle 3h die Messer wechseln."
Darkys Strategie sieht folgendermaßen aus: "Ich schau das ich im Spätherbst auf den Stellen mit dem Strohstriegel u Prallschiene drüber, Schleppe u das Ganze dann im Frühjahr 2-3 mal
wiederholen, da wirds denen dann mal zu doof. Man sollte dann nur Nachdrillen beim letzten Gang damit kein Ampfer als nächstes hoch kommt.
Alphaab ist gleicher Meinung: "Die angesprochene Grünlandpflege im Frühjahr wirkt Wunder... Dazu noch
nach dem Schleppen anwalzen, regt zudem die Bestockung an, drückt
hochgefrorenen Boden fest etc. Es soll auch Verschiedene
Dünger geben, die z.B. nebenbei Wühlmäuse vergrämen... Vielleicht ja auch Maulwürfe.."
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