Hofcafés „Mehr Kunst auf dem Lande…“

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In der restaurierten Scheune eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens serviert Gloria-Kristin Goldsworthy im Café „Gloriana“ frisch gebackene Torten inmitten von Antiquitäten.

 
Am Nordwestrand der Sieben Berge liegt die 300-Seelen-Gemeinde Wallenstedt. Sie gehört zur Samtgemeinde Gronau. In der Ortsmitte steht unter riesigen alten Bäumen der 1734 erbaute Landsitz von Graf Grote. Daneben befindet sich in der ehemaligen Scheune das umgebaute Cafe „Gloriana“, benannt nach der derzeitigen Besitzerin.

Nach dem Tod von Graf Grote in den 8oer Jahren kauften benachbarte Landwirte zwar die Ländereien, die Gebäude aber blieben ungenutzt. Gloria-Kristin Goldsworthy verliebte sich in das Fachwerkhaus mit angrenzender Scheune, „obwohl ich gesehen habe, dass da eine Menge Arbeit auf mich wartet.“ Sie kaufte seinerzeit den gräflichen Landsitz und begann mit der Renovierung der zum Teil verfallenen Gebäude. Die fünffache Mutter packte dabei selbst kräftig mit an. „Ich achtete streng darauf, dass der Charme des Anwesens erhalten blieb.“ Auf diese Weise ist das Äußere des Gebäudes inmitten der alten Bäume und grünen Wiesen bis heute erhalten geblieben. „Und das soll auch so bleiben, denn ich möchte meinen Gästen ein angenehmes stilvolles Ambiente bieten.“
 

Ihren Traum erfüllt

Kies knirscht beim Betreten des Vorhofes unter den Füßen und im Inneren der umgebauten Scheune sitzen die Gäste auf antiken Stühlen und an liebevoll gedeckten Tischen mit weißen Damast- oder Leinendecken mit handgearbeiteter Spitze. „Ich habe mich ein Leben lang für Antiquitäten interessiert und hier habe ich meinen Traum erfüllt“, erzählt die mittlerweile 64-jährige quirlige Cafébesitzerin. Von überall her kauft sie ihr Inventar und mixt Tische, Stühle, Schränke und Truhen liebevoll miteinander. Jeder Tisch ist anders geschmückt: mit wertvollen Kerzenleuchtern, farbigen Teelichtern, kostbaren Kristallvasen und fantasievollen Arrangements. „Meine Gäste sollen sich bei mir wie zu Hause fühlen“, lautet ihr Credo. „Die Idee zu einem außergewöhnlichen Cafe habe ich lange in mir getragen und nun endlich verwirklichen können“, freut sich Gloria Goldsworthy und ergänzt schmunzelnd: „Im übrigen kann auch alles gekauft werden.“

Landfrauen backen

Die herrlich hausgemachten Torten werden nach alten Rezepten von zwei Landfrauen aus der näheren Umgebung gebacken. „Und serviert wird auf edlem Geschirr und natürlich mit antikem Silberbesteck“, erzählt Goldsworthy lachend. Sie mixt unterschiedliche Dekore und Stile. Die Idee brachte sie aus England mit, wo sie einige Jahre mit ihren Kindern und ihrem damaligen Ehemann lebte.

Im Sommer lädt ein liebevoll mit Kunstobjekten dekorierter Garten zum Verweilen ein. Viele ihrer Besucher kennt Gloriana, wie sie liebevoll genannt wird, persönlich. „Die meisten Gäste kommen immer wieder, weil sie sich in dieser heimeligen Umgebung wohl fühlen.“

Kunst auf dem Lande

Zum weiteren Angebot des Cafés gehören kleinere und größere Events, Vorlesungen, Konzerte, aber auch Taufen und Hochzeiten werden in dem antiken Ambiente ausgerichtet. Die Organisation und die Dekoration liegt in den Händen von Gloriana, für die Bewirtung beauftragt sie Landfrauen und Gastwirte aus den umliegenden Dörfern. Sie möchte noch mehr Kunst aufs Land holen, daher bietet sie wechselnden Künstlern den Raum zum Ausstellen ihrer Kunstgegenstände an und organisiert kulturelle Veranstaltungen.

Und wer sich nach dem Genuss der köstlichen Sahnetorten noch die Beine vertreten will, kann sich auf die Spuren von Schneewittchen begeben: Der Sage nach soll sie bei den Sieben Zwergen „hinter den Sieben Bergen“ gelebt haben. Noch heute erinnert ein rund 15 km langer Schneewittchenpfad daran.
 
 
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