Technik Mischen, aber nicht vergraben

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Nach dem Dreschen sollten die Stoppeln möglichst bald oberflächennah bearbeitet werden. Welche Techniken sind dafür besonders gut geeignet und was ist zu beachten? Wir geben wertvolle Tipps.

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Kurzscheibeneggen oder Grubber können mit Sägeräten bestückt werden und ermöglichen so eine Stoppelbearbeitung bei gleichzeitiger Aussaat von Zwischenfrüchten. Das spart Zeit und Energie.

Durch die Bodenbearbeitung wollen wir den Pflanzen grundsätzlich optimale Wachstumsbedingungen ermöglichen und die Ertragsfähigkeit der Böden langfristig erhalten. Zu den allgemeinen, klassischen Zielen gehören die Beseitigung von schädlichen Verdichtungen, die Beikraut- und Schädlingsreduktion, die Einarbeitung von Stroh- und Ernteresten und die Schaffung eines günstigen Wasser-, Wärme- und Lufthaushaltes für die Keimung und die Entwicklung der Folgefrucht.

Die Hauptaufgaben der Stoppelbearbeitung bestehen dabei zunächst aus der Förderung der Keimung von Unkrautsamen und Ausfallgetreide. Durch einen ganzflächig oberflächennahen und mischenden Arbeitsgang sollen die nicht erwünschten Pflanzen zum Wachstum angeregt und nicht mit einer tiefen Einarbeitung vergraben werden. Denn dann besteht die Gefahr, dass sie bei folgenden Bearbeitungen wieder an die Oberfläche gelangen und sich unter die Hauptfrucht mischen.

Stroh klein häckseln und breit verteilen

Keimen Unkräuter und Auflaufgetreide hingegen nach der Stoppelbearbeitung werden sie bei der anschließenden Grundbodenbearbeitung beseitigt. Besonders nach Raps sollte eine sehr flache Stoppelbearbeitung beherzigt werden, denn durch das tiefe Vergraben der Rapssamen kann durch die Keimruhe in der Folgekultur ein großer Schaden durch Ausfallraps angerichtet werden.

Bei bereits aufgelaufenen Wurzelunkräutern erfolgt die Bekämpfung durch das vollständige Durchscheiden der Pflanzenwurzeln über den gesamten Bearbeitungshorizont, auch hier reicht das alleinige Verschütten nicht aus.
Die mischende Einarbeitung von Stroh- und Ernteresten, inklusive dem Brechen der Stoppeln und das Freilegen der Wurzeln, gehören zu der zweiten wichtigen Aufgabe. Durch den Verdünnungseffekt, insbesondere bei höheren Strohmengen, bringt eine tiefere Einmischung und Einarbeitung durch eine bessere Vermischung mit Boden zwar bessere Effekte, die Verrottung der Erntereste vollzieht sich jedoch aufgrund der höheren mikrobiellen Aktivität schneller im Oberboden.

In jedem Fall ist bereits bei der Ernte darauf zu achten, dass das Stroh klein gehäckselt und gleichmäßig über die ganze Schneidwerksbreite verteilt wird. Besonders bei der pfluglosen Bewirtschaftung können Strohhaufen oder bei der Strohverteilung gemachte Fehler später nicht mehr ausgebügelt werden.

Welche Techniken kommen in Frage?

Für die Stoppelbearbeitung kommen unterschiedliche Geräte in verschiedenen Ausführungen Betracht. Gerätekombinationen bieten vielfach die Möglichkeit eines universellen Einsatzes für die Stoppel- wie auch für die pfluglose Grundbodenbearbeitung mit Lockerung.

Das traditionelle Standardgerät für die Stoppelbearbeitung ist der Grubber. Sein universeller Einsatz, ob für einen oberflächennahen Stoppelsturz oder eine tiefe Bearbeitung mit Lockerungswirkung als Alternative zum Pflug, machen ihn so beliebt. So vielfältig wie die Verwendungsmöglichkeiten sind auch die baulichen Ausführungen dieser Geräte. Von zwei bis achtbalkigen Ausführungen mit unterschiedlichen Geräteausstattungen und verschiedenen Bauarten an Scharen, Scheiben, Federzustreichern, Striegeln und Nachläufern zur Rückverfestigung reicht die Angebotspalette.
Die Balkenanzahl entscheidet in Verbindung mit der Zinkenanzahl über den Durchgang. Ein enger Strichabstand ist für eine vernünftige Arbeitsqualität ganzflächig über die volle Arbeitsbreite erforderlich, verteilen sich die Zinken dann über mehrere Balken ist ein guter Durchgang gewährleistet und die Gefahr von Verstopfungen durch Ernterückstände gering.

Entscheidend für den richtigen Einsatzzweck und damit die Einsatztiefe eines Grubbers ist aber in erster Linie die Bauart der Schare. Speziell für die flache Stoppelbearbeitung eigenen sich Gänsefuß- oder Flügelschare, die durch ihre hohe Breite ein ganzflächiges Abschneiden der Stoppeln mit einem hohen Mischeffekt gewährleisten. 60 bis 100 mm breite Schmal- oder Meißelschare sind hingegen ausschließlich für eine krumentiefe Bearbeitung mit intensiver Lockerung vorgesehen.

Einen universellen Einsatz ermöglichen Doppelherz- oder Wendelschare. Sie sind sowohl für eine flache Stoppelbearbeitung wie auch für eine etwa 20 cm tiefe Bodenbearbeitung geeignet. Schnellwechselkonzepte bieten heute die Möglichkeit die passenden Schare zügig den erforderlichen Einsatzbedingungen anzupassen.
Auch das An- und Abbauen von Scharbauteilen geteilter Schare, wie z.B. der Leitbleche oder der Flügel, wird heute von einigen Herstellern angeboten. Durch unterschiedliche  Ausführungen kann man so die Eigenschaften, wie beispielsweise den Mischeffekt, beeinflussen und die schneller verschleißenden Bauteile, wie die Scharspitzen separat und schnell erneuern.

Für eine ebene Bodenoberfläche nach den Zinken sorgen häufig paarweise angeordnete Einebnungsscheiben. Bei komplexen Grubberkombinationen werden aber auch zweireihige Scheibeneggenelemente verwendet, die entweder vor oder nach den Zinken angeordnet sind und eine zusätzliche Strohzerkleinerung und Einmischung bewirken.
Für die ausschließlich oberflächennahe Durchmischung und intensive Einarbeitung von Stoppeln und Ernteresten haben sich sogenannte Kurz- oder Kompaktscheibeneggen bewährt. Die wachsende Beliebtheit dieser Geräte ergibt sich durch ihre kompakte Bauart und Leichtzügigkeit und dadurch bedingten Flächenleistungen, insbesondere bei hohen Arbeitsbreiten. Fast alle Hersteller von Bodenbearbeitungstechniken bieten mittlerweile Kurzscheibeneggen an und versuchen die wachsende Nachfrage zu bedienen.

Wie bei den Grubbern die Schare, sind die Herzstücke der Kurzscheibeneggen natürlich die unterschiedlich ausgeführten und angeordneten Scheibenelemente. Die Durchmesser der Scheiben reichen etwa von 46 cm bis über 70 cm und bestimmen die optimalen Arbeitstiefen. Es gilt, je größer die Scheibe, desto tiefer kann gearbeitet werden. Kleinere Scheibendurchmesser bewirken aber eine bessere Arbeitsqualität und Mischeffekt bei sehr flachen Arbeitstiefen. Aber hier kann es Schwierigkeiten geben, wenn große Strohmengen oder Pflanzenreste von Körnermais oder hochgewachsenen Zwischenfrüchten einzuarbeiten sind. Die Zahnung und Wölbung der Scheiben entscheiden über den Einzug. Bei einer stärkeren Zahnung und Wölbung zieht sich das Gerät auch unter trockenen und schweren Bodenbedingungen besser ein.

Den richtigen Nachläufer finden

Grubber und Kurzscheibeneggen können mit einer großen Vielfalt an verschiedenen Nachläufern ausgestattet werden. Grundsätzlich sollen Packerwalzen neben der Tiefenführung durch die rückverfestigende Wirkung das Auflaufen von Unkraut- und Ausfallsamen begünstigen und die Verdunstung von wertvollem Bodenwasser reduzieren.

Je nach Bodenverhältnissen kommt auch den Krümelungseffekten der Walze eine wichtige Bedeutung zu, denn insbesondere bei bindigen Böden gilt es grobe Kluten ausreichend zu zerkleinern. In diesem Fall bringen Messer- oder massive Stahlpackerwalzen die besten Ergebnisse. Messer und Abstreifer zwischen den Ringen sorgen dafür, dass sich die Walzen nicht zusetzen.

Auf sandigen Böden hingegen reichen auch leichtere Rohrstabwalzen aus. Kleine Durchmesser krümeln intensiver, wohingegen größere und schwere Walzen eine bessere Rückverfestigung gewährleisten. Die aus einzelnen Gummiringen bestehenden Keilring- oder Gummiringwalzen sind für den Allround-Einsatz auf leichteren bis auch etwas schwereren Böden geeignet. Sie haben aufgrund ihrer hohen Masse eine gute streifenweise Rückverdichtung.

Fazit

Zum Grubber als klassisches Bodenbearbeitungsgerät für die Stoppelbearbeitung werden zunehmend Kurz- oder Kompaktscheibeneggen eingesetzt. Sie zeichnen sich durch einen geringen Zugkraftbedarf und eine damit einhergehende hohe Flächenleistung aus, sind aber in erster Linie nur für eine flache Bearbeitung gedacht.

Grubber oder Grubberkombinationen sind vor allem durch einen Scharwechsel universeller einsetzbar und auch, je nach Ausführung, für eine krumentiefe Lockerung geeignet. Es gilt zu prüfen, welche Technik in welcher Ausführung für den eigenen Bedarf die richtige ist. Die Chancen etwas Passendes zu finden sind groß, denn das Marktangebot deutscher und europäischer Anbieter ist mittlerweile außerordentlich breit.
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