Aus den Regionen Niedersachsen: Landwirtschaft macht 8,7 Milliarden Euro Umsatz

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Hannover - Die über 41.000 niedersächsischen Höfe erwirtschafteten im Jahr 2010 einen Standardumsatz von 8,7 Milliarden Euro. Knapp die Hälfte der Betriebe machte zwischen 100.000 und 500.000 Euro Umsatz.

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Die eingereichten Anträge für das Agrarinvestitionsförderprogramm werden voraussichtlich noch vor Weihnachten bewilligt. 69 AFP-Anträge gingen bei der LWK ein.
Faktorausstattungen wie Fläche oder Zahl der gehaltenen Tiere eignen sich nach Meinung von Statistikern und Betriebswirtschaftlern heute nicht mehr für die Unterscheidung in kleine oder große Höfe, meldet der Landvolk Pressedienst.
 
Beim Blick über die Branche hinaus kennzeichnen Umsatzzahlen oder Beschäftigte die Wirtschaftskraft eines Hofes viel treffender. Einen objektiven Vergleich ermöglichen danach Standardumsatzzahlen. Im Jahr 2010 brachten es alle 41.730 landwirtschaftlichen Höfe zusammen im Agrarland Niedersachsen auf einen Standardumsatz in Höhe von 8,7 Milliarden Euro.

Jeder zweite Hof erreicht maximal 100.000 Euro

Mit 18.770 Höfen erreichte nur etwa jeder zweite Hof maximal 100.000 Euro. Dabei muss berücksichtigt werden, dass auf vielen Höfen neben dem Betriebsleiter Familienarbeitskräfte zumindest in Teilzeit ihren Beitrag zur Bewältigung des Arbeitspensums leisten. Mit 19.322 Höfen erreichte knapp die Hälfte einen Standardumsatz zwischen 100.000 und 500.000 Euro, nicht einmal zehn Prozent der Höfe drangen in die Standardumsatzgröße von mehr als 500.000 Euro vor, davon galten rund 800 Höfe als "Umsatzmillionäre" mit einem Standardumsatz von mehr als einer Millionen Euro. Im Durchschnitt arbeiten auf niedersächsischen Höfen je 100 Hektar (ha) etwa drei Vollzeit-Arbeitskrafteinheiten.
 
Die niedersächsischen Landwirte beschäftigten 2010 auf 41.730 Höfen insgesamt 78.335 Vollzeitarbeitskräfte, lagen also deutlich über dem EU-Schnitt. Die Kleinbetriebe in einigen EU-Mitgliedstaaten drücken EU-weit den Arbeitskräftebesatz auf den Höfen. 

Laut EU-Statistik gelten europäische Bauernhöfe als Familienbetriebe

Mit Blick auf die Arbeitskräfte sind nach einer von der EU veröffentlichten Statistik die europäischen Bauernhöfe als Familienbetriebe einzuordnen. Danach arbeiten auf zwölf Millionen (Mio.) landwirtschaftlichen Betrieben etwa zehn Mio. Vollzeitarbeitskräfte. Mit 92,2 Prozent sind dies zum weitaus überwiegenden Teil der Betriebsinhaber und seine Familienangehörigen. Jeder Dritte auf einem europäischen Bauernhof Beschäftigte hatte dort seine Hauptbeschäftigung, aber nicht die einzige. Zwei Arbeitskräfte verdienten in der EU 2010 auf einem Bauernhof ihr Brot, in Vollarbeitskräfte umgerechnet war es sogar weniger als eine Person je Hof.
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