Aus den Regionen Soja-Anbau in Niedersachen funktioniert

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Oldenburg - Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen forscht seit einigen Jahren intensiv am ökologischen Sojaanbau. Die Forschungsergebnisse sind bei frühreifen Sorten vielversprechend.

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Unter bestimmten Bedingungen kann sich der relativ aufwändige Soja-Anbau hierzulande lohnen, zumal derzeit die Erzeugerpreise sehr gut sind.
Seit vier Jahren führt der Fachbereich Ökolandbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Versuche zum Sojaanbau unter ökologischen Anbaubedingungen durch. Die Anbauversuche zeigen, dass ein Sojabohnenanbau grundsätzlich in einigen nördlichen Regionen wie Niedersachsen möglich ist. Ein witterungsbedingtes Anbaurisiko durch Kälteeinbrüche während der Jugendentwicklung oder witterungsbedingte Verzögerung wegen der vergleichsweise späten Ernte bleibe jedoch bestehen, so die Kammer.
 
Für einen erfolgreichen Sojabohnenanbau spiele die Produktionstechnik eine entscheidende Rolle. Neben der richtigen Sortenwahl von kältetoleranten und sicher abreifenden 000-Sorten sei die Saatgutimpfung mit speziellen Rhizobien elementar. Grundsätzlich zeige sich die Sojabohne jedoch als eine Kultur, um die man sich im Betrieb intensiv kümmern muss.

Unkrautregulierung ist das A und O

Einen wesentlichen Einfluss auf den Anbauerfolg hat die Unkrautregulierung. Hier habe sich in den Versuchen der Sojaanbau mit weiter Reihe als Hackfrucht bewährt. Die Hacktechnik sollte mit Zusatzwerkzeugen ausgestattet sein, die innerhalb der Kulturreihen arbeiten, um so die Unkrautkonkurrenz möglichst gering zu halten. Ein flankierender Einsatz von Striegeltechnik ist zusätzlich möglich und auch empfehlenswert.
 

Ist der Sojaanbau ökonomisch?

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Anbaus seien letztlich auskömmliche Deckungsbeiträge. Hier sei die Sojabohne auf sandigen Standorten mit Beregnungsmöglichkeit im Deckungsbeitrag im Vergleich zur Körnererbse und vor allem gegenüber der Blauen Lupine im Vorteil. Ein weiterer Vorzug sei ihre kürzere Anbaupause, so dass die Sojabohne auf diesen Böden eine interessante Alternative zu Erbse und Lupine darstellt.
 
Auf lehmigeren Standorten habe die Ackerbohne aus ökonomischer Sicht tendenziell die Nase vorn, da sie vor allem in der Produktionstechnik einen geringeren Aufwand bedarf als eine Sojabohne. Aber auch hier ist die kürzere Anbaupause wiederum ein Vorteil für die Sojabohne. Eine Beregnung (auf Sandböden), eine späte Verfügbarkeit von Erntetechnik, sowie Trockungs- und Lagermöglichkeit sollten betrieblich oder überbetrieblich zur Verfügung stehen.

Regionale Vermarktungsaussichten sind gut

"Für den Einstieg in den Öko-Sojaanbau sind die gegenwärtigen Rahmenbedingungen nicht schlecht", stellt die Landwirtschaftskammer fest. Die Erzeugerpreise hätten aufgrund der hohen Nachfrage deutlich angezogen. Außerdem sei in Niedersachsen ein Bio-Betrieb in die Sojaverarbeitung für die Verfütterung eingestiegen. Damit habe sich auch die regionalen Vermarktungsperspektiven deutlich verbessert.

Hofreport: Soja-Anbau im Versuch (Hessen)

 
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