Freitag, 25.05.2012
Unter die Lupe genommen: Börsenanalyse Mais
Mannheim - Mais ist zur Zeit nicht nur wegen der ausstehenden Ernte spannend, auch die Unterschiede in der weltweiten Versorgungsbilanz geben der Situation einen besonderen Reiz.
Matif Mais November 2011: Die Erwartung einer überdurchschnittlichen Maisernte in der EU hat ab Mitte September zu einer Abkopplung der Maispreise von den Weizenpreisen geführt.
© d:trader
In Europa wird aktuell eine überdurchschnittliche Ernte eingefahren, die für Druck auf die
Maispreise sorgt. In den USA dagegen hat eine Hitzeperiode im Juli den Maiserträgen die Flügel gestutzt. Dies sorgt für knappe Endbestände.
Bis Anfang September bewegte sich der Mais an der Matif stets im Windschatten des benachbarten Weizenmarktes. Die Gewissheit einer überdurchschnittlichen Ernte in der EU hat ab Mitte September zu einer Abkopplung und zu zunehmend Druck auf die
Maispreise geführt. Zeitweise notieren diese unter den Weizenkursen.
Technisch gesehen könnte kurzfristig eine Gegenbewegung einsetzen, für die wir jedoch fundamental keine Grundlage sehen können.
CBoT: Maismarkt bleibt gefährlich
Die Oszillatoren deuten momentan noch auf Kursrückgänge hin. Der MACD sollte aber in Beobachtung bleiben, da sich die beiden Kurven angenähert haben. Wenn sich die Kurven kreuzen, könnte dies ein erstes kurzfristiges Kaufsignal sein.
© d:trader
Die Notierungen an der CBoT haben im Juli und August deutliche Gewinne
verzeichnet, nachdem sich in den USA eine schwächere Maisernte
abzuzeichnen begann. Im September übernahm dann die Konjunkturangst und
Finanzkrise das Zepter und die Kurse mussten deutlich Federn lassen. Im
Spannungsfeld zwischen einer knappen Versorgungsbilanz einerseits und
den Konjunktursorgen mit daraus möglicherweise resultierenden geringen
Verbrauchszahlen vor allem bei der Produktion zu Ethanol bleibt der
Maismarkt nach wie vor gefährlich.
Nachdem Anfang der Woche der Kurs des Fronttermins deutlich angestiegen
war und den Widerstand von 6,22 Dollar je Bushel ($/bu) spielend durchbrochen hat, wurde
der Markt durch den nächsten Widerstand bei 6,52 $/bu gestoppt. Für
einen weiteren Anstieg müsste der Markt den Kurs von 6,52 $/bu
nachhaltig überspringen, um sich dann an der charttechnisch wichtigen
Marke von 6,76 $/bu zu versuchen. Beim Übersteigen der Marke von 6,76
$/bu wäre eine Trendwende eingeläutet und es würde sich ein stabilerer
Aufwärtstrend herausgebildet haben. Sollte der Markt den Widerstand von
6,52 $/t nicht überspringen, wäre ein erneutes Testen der Unterstützung
von 6,22 $/bu möglich. Danach wäre ein weiteres Abfallen bis zum alten
Tief von 5,73 $/bu möglich.
Die Oszillatoren deuten momentan noch auf Kursrückgänge hin. Der MACD
sollte aber in Beobachtung bleiben, da sich die beiden Kurven angenähert
haben. Wenn sich die Kurven kreuzen, könnte dies ein erstes
kurzfristiges Kaufsignal sein.
Aktuelles aus dem Maismarkt
- Europa:
Überraschenderweise hat das USDA die EU-Maisernte auf unverändert 61,0
Millionen Tonnen geschätzt (Vorjahr: 55,9 Millionen Tonnen)
Von Coceral wurde die EU-Maisernte in der vergangenen Woche auf 63,0 Millionen Tonnen taxiert, gegenüber ihrer Junischätzung ein Plus von nahezu 6,0 Millionen Tonnen.
Wir schließen inzwischen nicht mehr aus, dass die Produktion sogar ein
Niveau von 64,0 bis 65,0 Millionen Tonnen erreichen könnte und sich der Mais in
dieser Saison als ernst zu nehmender Konkurrent für den Futterweizen
erweisen könnte.
- Weltweit:
Der USDA-Bericht hat keine großen Überraschungen gebracht. Die globale
Maisernte wurde um knapp 5,5 Millionen Tonnen auf 860,0 Millionen Tonnen erhöht;
gleichzeitig wurde die US-Ernte aufgrund reduzierter Anbauflächen um 1,6
Millionen Tonnen auf 315,8 Millionen Tonnen reduziert.
Die US-Endbestände wurden vom USDA auf 22,0 Millionen Tonnen veranschlagt
(September: 17,1 Millionen Tonnen) und lagen damit rund 1,5 Millionen Tonnen über den
Erwartungen des Handels. Mit unserer Prognose im Rohstoffbrief am Vortag
des Berichts lagen wir also goldrichtig.
Deutlich erhöhte Ernten erwartet das Ministerium mit 182,0 Millionen Tonnen in
China (+ 4,0 Millionen Tonnen) und mit 21,0 Millionen Tonnen in der Ukraine (+ 3,0 Miillionen Tonnen;
Vorjahr: 11,9 Miillionen Tonnen).
Der Maismarkt bleibt spannend.
Gerne informieren wir Sie zweimal pro Woche
in unserem KS Agrar Rohstoffbrief. mehr...
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