Freitag, 25.05.2012
Maissilage: Unterschiedliche Qualität
München - Die Qualität der Maissilage scheint in diesem Jahr nicht überall Spitzenwerte zu erreichen. Der Mais konnte das sehr trockene Frühjahr dank der Regenperiode im Sommer gut kompensieren.
Die ersten Untersuchungsergebnisse von Maissilagen der Ernte 2011 liegen vor.
© Mühlhausen/landpixel
Es gab viel Masse, mancherorts blieb die Ausbildung der Kolben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Das wiederum wirkt sich nun auf die Qualität der Maissilage aus.
Wie das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK) berichtet, schätzt man die Qualität der Maissilage in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als eher durchschnittlich ein, während man beispielsweise in Nordrhein-Westfalen nach ersten Auswertungen von einer guten Silage spricht.
Der Energiegehalt liegt bei etwa 6,8 MJ NEL/kg TM
Diese Einschätzung spiegelt sich in den Energiegehalten wider. Der Zielwert von mehr als 6,5 MJ NEL wird nach den bisherigen Auswertungen der LUFA Nord-West in Niedersachsen (6,8 MJ NEL), der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (6,8 MJ NEL) und des LKV-Labors Grub in Bayern (6,7 MJ NEL) übertroffen. In Nordrhein-Westfalen und in Bayern liegen die Werte sogar leicht über den Ergebnissen des Vorjahres. Solche Werte erreichen viele Landwirte in Schleswig-Holstein, insbesondere auf dem Geestrücken, nicht. Da der Mais in vielen Landesteilen reichlich Masse gebildet hat und durch die extremen Niederschlagsmengen die Kornausbildung behindert wurde, liegt der Wert in Schleswig-Holstein wie auch in Mecklenburg-Vorpommern mit 6,5 MJ NEL deutlich niedriger als im Vorjahr.
Mit 35 Prozent TM liegt der Gehalt auf Vorjahresniveau
Dieses ungünstigere Verhältnis von Kolben und Restpflanze bestätigt sich beim Trockenmassegehalt von 33,9 Prozent in Schleswig-Holstein. In den anderen Regionen klettern die Trockenmassegehalte knapp über 35 Prozent. Der Trockenmassegehalt einer Maissilage wird im Wesentlichen durch den Anteil der Körner sowie deren Ausreife und den Abreifegrad der Restpflanze beeinflusst. Je höher der Kornanteil und je ausgereifter die Körner, umso höher ist der Trockenmasse- und auch der Energiegehalt der Silage bei vergleichbarem Massenwachstum. Der Zielbereich liegt zwischen 28-35 Prozent.
Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen
Deutliche Unterschiede treten auch beim Stärke- und Rohfasergehalt auf. In Schleswig-Holstein liegen der Rohfasergehalt mit 19,8 Prozent hoch und der Stärkegehalt mit 31,4 Prozent im mittleren Bereich. Auch bei der Untersuchungen der LUFA Nord-West wurde ein niedriger Stärkegehalt von 29,8 Prozent und einem Rohfasergehalt von 19,6 Prozent festgestellt. Im Gegensatz dazu spricht man in Nordrhein-Westfalen von einem hohen Stärkegehalt von über 36 Prozent und niedrigeren Rohfaserwerten von unter 17 Prozent. Angesichts dieser Schwankungsbreiten empfiehlt das DMK dringend, betriebseigene Analysen der Silage vorzunehmen, um die Ration für die Tiere optimal gestalten zu können.
pd
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