Mittwoch, 22.05.2013
Bonde besteht auf Einhaltung der Fruchtfolgevorgabe
Stuttgart - Der Frost im Februar hat zu Auswinterungsschäden geführt. In Baden-Württemberg wurde gefordert, auf Befallsgebieten des Maiswurzelbohrers erneut Mais anbauen zu dürfen.
Der rheinland-pfälzische Pflanzenschutzdienst hat den dritten Maiswurzelbohrer-Fund für 2012 vermeldet.
© Mühlhausen/landpixel
Die strenge Frostperiode im Februar dieses Jahres hat einige landwirtschaftliche Kulturen geschädigt und zerstört. In manchen Landesteilen Baden-Württembergs müssen Landwirte massive Ausfälle insbesondere bei Winterweizen und Wintergerste hinnehmen, die eine Neuansaat im Frühjahr erforderlich machen. In den Befallsgebieten des Maiswurzelbohrers, in denen die EU strenge Fruchtfolgevorgaben zur Eindämmung des wirtschaftlich bedeutendsten Maisschädlings erlassen hat, werden vor diesem Hintergrund derzeit Forderungen laut, auf den frostgeschädigten Feldern entgegen der Vorgaben nun zum dritten Mal hintereinander Mais anbauen zu dürfen, berichtet das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung.
Erneuter Maisanbau drohe Schädlingszahl deutlich zu erhöhen
Diese Forderungen lehnt Agrarminister Alexander Bonde
entschieden ab: "Die Maisbauern in den Befallsgebieten schneiden sich
ins eigene Fleisch, wenn sie von den Fruchtfolgeauflagen abweichen -
dann droht sich die Zahl der Schädlinge und der Befallsflächen deutlich
zu erhöhen. Aber nicht nur das: Eine weitere Ausbreitung des
Maiswurzelbohrers würde auch die Saatmaisproduktion in Südbaden
bedrohen", sagte der Minister am Dienstag in Stuttgart. Im letzten Jahr
seien die Käferzahlen mit etwa 6000 gefangenen Tieren auf rund das
20-fache der vergangenen Jahre angestiegen. "Die Bekämpfungsstrategie
des nach Deutschland eingeschleppten Käfers, der weltweit Schäden in
vielfacher Millionenhöhe verursacht, basiert auf der Pflicht zum
Fruchtwechsel, um dem Maiswurzelbohrer die Lebensgrundlage zu
entziehen", erläuterte der Minister und verwies auf nationale Vorgaben:
"Dies ist in der Maiswurzelbohrerbekämpfungsverordnung des Bundes so
festgelegt."
Als Folge einer Abweichung von den
Fruchtfolgevorgaben befürchte das Ministerium eine massenhafte
Vermehrung und unkontrollierte Weiterverbreitung des Schädlings, so
Bonde weiter: "Wir wollen und können uns nicht auf die Chemie
verlassen. Damit sind wir schon einmal in Teufels Küche gekommen",
warnte der Grüne-Minister. 2008 war in der Rheinebene ein Bienensterben
durch das gegen den Schädling wirksame Beizmittel Clothianidin
ausgelöst worden, das inzwischen für die Maiswurzelbohrer-Bekämpfung
nicht mehr zugelassen ist.
Aigner-Ministerium sieht auch keine Alternative zur Fruchtfolgeregelung
Auch das Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz habe seinem Ministerium inzwischen
mitgeteilt, dass angesichts der Erkenntnisse über den Schadorganismus
und der nur sehr eingeschränkten Verfügbarkeit von zugelassenen
Pflanzenschutzmitteln keinerlei der Fruchtfolgeregelung (maximal
zweimal Mais in drei Jahren) gleichwertige Maßnahmen erkennbar seien,
berichtete Bonde. "Damit sind auch laut
Bundeslandwirtschaftsministerium keinerlei Ausnahmen von der
Fruchtfolgeregelung möglich." Die einzige sichere und praktikable
Möglichkeit zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers bleibe damit die
Unterbrechung des Maisanbaus durch die Fruchtfolge, stellte Minister
Bonde klar.
Die durch die
Fruchtfolgebeschränkung betroffenen Landwirte in den
Eingrenzungsgebieten könnten wie die Landwirte in anderen von
Frostschäden betroffenen Landesteilen und Regionen im Bundesgebiet auf
Sommergetreide ausweichen, meinte der Minister. Unter den klimatischen
Bedingungen Südbadens komme auch die Aussaat von Soja, Erbsen und
Körnerhirse in Frage. "Ich appelliere daher an die Vernunft der
betroffenen Landwirte, die bestehende Fruchtfolgeregelung zu
akzeptieren und somit einen solidarischen Beitrag zur Verhinderung der
weiteren Ausbreitung des gefährlichen Quarantäneschädlings zum Schutz
des Maisanbaus zu leisten", sagte Bonde abschließend.
Maiswurzelbohrer: Bekämpfungsstrategien und Auflagen
pd
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